Tiertransporte

EU fehlen Sanktionsmöglichkeiten


Für Friedrich Ostendorff von Bündnis90/Die Grünen war die öffentlich Anhörung sehr wertvoll.
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Für Friedrich Ostendorff von Bündnis90/Die Grünen war die öffentlich Anhörung sehr wertvoll.

Transporte von Nutztieren in Länder außerhalb der EU stehen in der Kritik. Doch rasche Lösungen von Missständen sind kaum zu erwarten

Berichte über Langstreckentransporte aus Ländern der EU lösen immer wieder heftige Reaktionen innerhalb der Gesellschaft aus. In einer öffentlichen Anhörung befragten Mitglieder der im Bundestag vertretenen Parteien heute Experten aus dem Transportwesen, der organisierten Tierhaltung, amtlichen Tierärzte sowie des Tierschutzes.

Konkrete Lösungen waren heute nicht zu erwarten, sagte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundstagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, gegenüber agrarzeitung.de. Dennoch sei das heutige Fachgespräch sehr wertvoll gewesen. Es habe sich gezeigt, dass nicht locker gelassen werde in den Bemühungen, die kritischen Punkte der Tiertransporte in Drittländer konsequent zu verfolgen. Auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner habe dies zum Ausdruck gebracht, sagte Ostendorff. Daher erwarte er, dass sich Deutschland in Bezug auf Tiertransporte auf der europäischen Ebene sehr viel stärker einbringen und neu positionieren werde.

Ein wesentliches Ergebnis der Anhörung war, dass Tiertransporte aus Deutschland praktisch ausnahmslos rechtlichen und organisatorisch-technischen Anforderungen entsprechen. Doch Missstände können außerhalb der eigenen Landesgrenzen und bei Übergabe in Länder außerhalb der EU bisher nicht zuverlässig ausgeschlossen werden. Dazu fehle es auch an Sanktionsmöglichkeiten, hieß es aus der Expertenrunde. Das Problem betreffe zwar in erster Linie Transporte von Schlachtrindern besiepielsweise in Länder Nordafrikas und der Türkei. Doch auch innerhalb der EU seien Verstöße gegen Transportauflagen beispielsweise für Geflügel aus den Niederlanden in Länder des Baltikums bekannt geworden. Alle an der Anhörung beteiligten Experten verlangen von der EU ein deutliches Bekenntnis zum Schutz der Tierte auf längeren Transportwegen und die Übernahme größerer Verantwortung für die Einhaltung der vorhandenen Vorschriften.  


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