Tiertransporte

Klöckner mahnt schärfere Kontrollen an


Tiertransporte sind bei Hitze verboten.
LWK NRW
Tiertransporte sind bei Hitze verboten.

Trotz lokaler Abkühlungen soll es auch in dieser Woche heiß bleiben. Tiertransporte sind bei solch hohen Temperaturen nicht zulässig. Die Bundeslandwirtschaftsministerin mahnt nun die Bundesländer an, die Kontrollen zu verschärfen. 


Derzeit treiben ein Hoch- und ein Tiefdruckgebiet trockene Saharaluft Richtung Europa. Der Hitzerekord lag in der vergangenen Woche laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im niedersächsichen Lingen bei 42,6 °C. Der Transport von Tieren darf laut einer EU-Verordnung bei Temperaturen von mehr als 30 °C nicht genehmigt werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ermahnt daher die Bundesländer, die im vergangenen und vorvergangenem Jahr durch Tiertransporte bei überhöhten Temperaturen aufgefallen seien, sich an geltendes Recht zu halten und die Kontrollen zu verschärfen.

Denn für die Durchsetzung von tierschutzrechtlichen Vorschriften sind verfassungsrechtlich die Länder und ihre Behörden zuständig. Sie sind daher auch verantwortlich für die Zulassung oder eben die Nichtzulassung von solchen Transporten.

In Anbetracht der Hitzewelle ist die Debatte über den Transport von Nutzvieh neu entflammt. Tierschützer, Grüne und die Tierschutzbeauftragten der Länder appellierten in der vergangenen Woche laut Medienberichten an die Bundesregierung, Transportfirmen und Abfertigungsstellen, lange Fahrten über acht Stunden während der Hitzeperiode vollständig auszusetzen oder zeitlich zu begrenzen.

Laut der Freien Presse Sachsen zeigen Daten aus dem EU-System Traces, in der der Tierverkehr erfasst wird, dass in der Vergangenheit Trotz Hitze Transporte stattfanden. Dem Bericht nach starteten in Sachsen am 30. Juli 2018 vier Lastwagen mit Schweinen - an einem Tag, an dem laut dem Meteorologen die 30-Grad-Marke klar überschritten worden sei. Die Transporte hätten Österreich und Ungarn als Ziel und eine Dauer zwischen zwölf und 18 Stunden gehabt, zitiert das Blatt aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung.

Laut Klöckner seien solche Transporte weder zumutbar für die Tiere noch rechtlich erlaubt. Das es aber immer wieder zu Tranporten bei Hitze kommt zeigt ein Fall vom vergangenen Mittwoch aus Baden-Württemberg. Dort hatte die Polizei einen Viehtransporter mit 143 Schweinen gestoppt, nachdem ein aufmerksamer Autofahrer einen Hinweis gegeben hatte. Das berichtet der SWR. Im Inneren des Transporters seien daraufhin 41 Grad gemessen worden, der Wassertank der Tiere sei leer, demensprechend dehydriert seien die Schweine gewesen, heißt es in dem Bericht weiter. Drei Tiere seien zum Zeitpunkt der Kontrolle bereits verendet.

Die Tierschutzorganisation Peta berichtet in ihrem Blog zudem von einem drastischen Fall auf der A5 in Mittelhessen aus der vergangenen Woche. Die Polizei kontrollierte dort aufgrund einer Meldung einen Geflügeltransporter. Der Transporter aus Frankreich sollte die insgesamt 4.470 Hühner bei einer Außentemperatur von 34 °C nach Polen in ein Schlachthaus befördern. Die Tiere seien im Transporter lediglich vom Fahrtwind gekühlt worden, zudem habe kein Trinkwasser zur Verfügung gestanden. Beim Öffnen des Transporters bestätigte laut Peta die hinzugerufene Tierärztin, dass rund 500 Hühner durch die Hitze gestorben seien. Ihrer Einschätzung nach hätte kein einziges Tier den Transport nach Polen überlebt, schreibt Peta weiter.  

„Belüftungssysteme in Straßentransportmitteln müssen so konzipiert und konstruiert sein und so gewartet werden, dass zu jedem Zeitpunkt während der Beförderung und unabhängig davon, ob das Transportmittel steht oder fährt, je nach Außentemperatur für alle Tiere innerhalb des Transportmittels Temperaturen in einem Bereich zwischen 5 °C und 30 °C, mit einer Toleranz von ± 5 °C, gehalten werden können.“
EU-Verordnung , 

 

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