Tiertransporte

Tierschutzbund beklagt Verharmlosung


Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) kritisiert die EU-Kommission. Diese gab bekannt, den Export lebender Tiere nicht einschränken zu wollen.

Anlass für die Kritik des DTB sind Aussagen des zuständigen EU-Kommissars Vytenis Andriukaitis. Dieser hatte auf eine schriftliche Anfrage zweier Europaabgeordneter geantwortet, dass der "Handel mit lebenden Tieren integraler Bestandteil der modernen Landwirtschaft" sei. Daher ziehe die Kommission nicht in Erwägung, die Ausfuhr lebender Tiere einschränken zu wollen, so der Kommissar.

Ausgangspunkt für die Anfrage der Europaabgeordneten Ulrike Müller und Jan Huitema von der Fraktion Allianz der Liberalen und Demokraten in Europa (ALDE) war ein Bericht der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Bewertung des Tierschutzes während des Transportes in Drittländer. Darin sei lediglich eine Dokumentenprüfung zugrunde gelegt worden, nicht jedoch die tatsächlichen Bedingungen während der Transporte selbst, bemerkt der DTB. Damit werde nur der Eindruck erweckt, dass ein ausreichender Schutz der Tiere gewährleistet sei und die Transporte reibungslos funktionieren.

Es sei enttäuschend und nicht nachvollziehbar, dass die Kommission eine Einschränkung der Ausfuhr lebender Tiere rigoros ausschließt, wird DTP-Präsident Thomas Schröder in der Mitteilung zitiert. Zwar erkenne die Kommission die Tierschutzproblematik grundsätzlich an, jedoch lasse sie Taten vermissen, so Schröder.

Kritik übt der DTB auch am Bundesverband Rind und Schwein. Dieser bemühe sich nach eigenen Angaben darum, "wieder Vertrauen in das System der Landgstreckentransporte" herzustellen. "Statt das Image der Transporte wieder aufzupolieren, sollte die Branche daran interessiert sein, langfristige Lösungen zu finden", so Schröder. Dazu zählen aus Sichte des DTB die Stärkung regionaler Strukturen sowie der Transport von Fleisch oder Samen von Zuchtieren anstelle lebender Tiere sowie die Rückkehr zu Zweinutzungsrassen.

stats