Tierwohl

Eiermarkt in Europa vor Umbruch


Bild: Pixabay

In Frankreich und Spanien wächst der Druck des Handels auf die Käfighaltung von Legehennen. Deutsche Erzeuger könnten davon profitieren.

Die meisten in Europa erzeugten Eier stammen nach wie vor aus Käfigen mit Kleingruppenhaltung. Der Lebensmitteleinzelhandel in Frankreich und Spanien möchte aber mehr Eier aus alternativen Haltungssystemen anbieten. Frankreich ist mit rund 900.000 t der größte Eierproduzent in der EU, Spanien liegt hinter Deutschland und Italien auf mit 800.000 t auf Rang vier. Derzeit werden in Spanien rund 95 Prozent aller Legehennen in Kleingruppen gehalten, in Frankreich liegt der Anteil bei rund 70 Prozent. In beiden Ländern gebe es im Lebensmitteleinzelhandel Bestrebungen, die Käfigeier aus den Regalen zu verbannen, berichtete Henner Schönecke heute beim Federweiser-Symposium der Agravis in Melle bei Osnabrück.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE) sieht in den Plänen bessere Absatzchancen für die deutsche Erzeuger. Spanien werde kaum in der Lage sein, seinen den Bedarf an Eiern aus alternativen Systemen aus der eigenen Produktion zu decken. Nutznießer könnten die Produzenten in den Niederlanden und in Deutschland sein. Lidl habe in Spanien bereits den Verkauf von Käfigeiern eingestellt. Andere Supermarktketten in Spanien und Frankreich hätten ebenfalls angekündigt, in Zukunft auf den Verkauf von Käfigeiern zu verzichten.

In Frankreich gebe es zudem Pläne zu einem gesetzlichen Verbot der Käfighaltung, die von Präsident Macron unterstützt werden. „In den Jahren 2020 bis 2025 wird das passieren“, erwartet der BDE-Vorsitzende. Die Umstellung könne wie auch nach dem Käfigverbot in Deutschland zu einem vorübergehenden Rückgang des Legehennenbestandes führen und den Markt stabilisieren.

Aktuell müssten die Eierproduzenten allerdings mit weiter sinkenden Erlösen rechnen. Nach einer durch den Fipronil-Skandal bedingten monatelangen Hochpreisphase sind die Preise in den vergangenen Wochen eingebrochen. Die Erlöse für Eier aus der Bodenhaltung haben sich seit März auf 7 Cent halbiert. Im Sommer könnte der negative Trend anhalten, befürchtet Schönecke. Ein Grund dafür sei das in der gesamten EU große Angebot, denn mit rund 360 Millionen Tieren ist der europäische Legehennenbestand auf einen Rekordwert gestiegen. Die kommenden ein bis zwei Jahre könnten deshalb von einem großen Angebot und niedrigen Preisen gekennzeichnet bleiben.

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