Tierwohl

Handel startet mit einheitlichem Logo

Die Flut an Tierwohl-Labeln soll ein Ende haben. Der Lebensmitteleinzelhandel kennzeichnet seit heute einheitlich die Haltung für Fleisch von Rindern, Schweinen und Geflügel. Dem BMEL ist das zu wenig.

Die Zeiten verschiedener paralleler Systeme sind vorbei. Deutschlands größte Lebensmittelhändler haben sich in Kooperation mit der Brancheninitiative Tierwohl auf eine einheitliche Kennzeichnung der Haltungsform verständigt. Damit kommt die Wirtschaft dem Bundeslandwirtschaftsministerium zuvor, das auf ein freiwilliges staatliches Tierwohl-Label setzt.

Verbraucher finden ab heute in vielen Supermärkten und Discountern auf den SB-Verpackungen ein Label für Fleischwaren. Das Prinzip „Haltungsform“ gilt in allen in der Initiative Tierwohl (ITW) organisierten Handelsunternehmen wie die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd , Lidl, Netto und Penny. Edeka, Kaufland und Rewe setzen ebenfalls auf das Logo. Es informiert darüber, wie die Tiere bis zur Schlachtung gelebt haben. Handel und ITW haben sich auf ein vierstufiges System geeinigt:
Die Initiative Tierwohl sorgt mit einem Dach-Label für mehr Klarheit bei den verschiedenen Tierwohlprogrammen.
ITW
Die Initiative Tierwohl sorgt mit einem Dach-Label für mehr Klarheit bei den verschiedenen Tierwohlprogrammen.

  • Stufe 1 („Stallhaltung“) entspricht dabei den gesetzlichen Anforderungen bzw. dem QS- oder einem vergleichbaren Standard.
  • Stufe 2 („Stallhaltung plus“) bedeutet eine Haltung der Tiere mit höheren Tierwohlstandards wie etwa mindestens zehn Prozent mehr Platz im Stall und zusätzliches Beschäftigungsmaterial.
  • Stufe 3 („Außenklima“) fordert für die Tiere unter anderem noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt.
  • Stufe 4 („Premium“) bietet Tieren noch mehr Platz und zusätzlich Auslaufmöglichkeiten. Dieser Kategorie wird beispielsweise auch Biofleisch zugeordnet.

BMEL: Handel zeigt wenig kreative Eigenleistung

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) macht zum Start des Labels auf den Unterschied zwischen der Haltungskennzeichnung der Wirtschaft und dem staatlichen Tierwohlkennzeichen aufmerksam. So setze das BMEL deutlich umfangreichere Tierwohlkriterien an. Nicht die Stallhaltung allein habe das staatliche Siegel im Blick, sondern auch die Aufzucht der Ferkel oder den Transport. Insgesamt werden beim staatlichen Kennzeichen 13 Kriterien in den Blick genommen. Beim Haltungskennzeichen des Handels handele es sich lediglich um ein „Sortiersystem“. Es sei aber "auch nicht inkompatibel" mit dem staatlichen Label, so das BMEL.
Der zeitliche Vorsprung des Handels bei der Einführung des Labels ist laut Landwirtschaftsministerium zurückzuführen auf die "weitgehend fehlende kreative Eigenleistung“. Das sei einer der Gründe, warum die Entwicklung des Systems deutlich schneller möglich war als die des staatlichen Tierwohlkennzeichens. Das müsse bei der EU notifiziert werden und in einer Verordnung mussten dafür anspruchsvolle Kriterien definiert werden. 

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