Tierwohl

Seehofer besteht auf verbindliches Label

Als ob Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) nicht schon genug Gegenwind für ihr freiwilliges Tierwohl-Label entgegenbläst, schlägt nun auch noch ihr Kabinettskollege Horst Seehofer (CSU) in die Kerbe und besteht auf ein verpflichtendes Tiewohllabel.

Erst in dieser Woche hat Klöckner ihr geplantes freiwiliges Label für mehr Tierwohl von der Tagesordnung im Bundeskabinett genommen. Zu groß war die Kritik aus den SPD-Reihen, die ein verbindliches Label fordern. Nun schlagt auch das von Seehofer geführte Bundesinnenministerium eine verpflichtende Haltungskennzeichnung vor. Dies berichtet sueddeutsche.de unter Berufung auf die Augsburger Allgemeine. Auch das Land Niedersachsen hat im Bundesrat eine Initiative für ein verbindliches Label eingebracht.

Klöckner wehrt sich bei der Fleischkennzeichnung bislang gegen einen verpflichtenden Hinweis auf die Haltungsbedingungen und setzt auf ein freiwilliges Siegel.  "Wer ein national verpflichtendes Kennzeichen fordert, was sich zwar gut anhört, aber das zur EU-widrigen sogenannten Ausländerdiskriminierung führt, der schiebt das Tierwohl bewusst auf die lange Bank", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie beruft sich darauf, dass der Entwurf zum Tierwohllabelgesetz bereits von der EU-Kommission notifiziert wurde. Nach EU-Recht dürfe ein Tierwohl-Label nur auf freiwilliger Basis und nur für Produkte über dem gesetzlichen Mindeststandard eingeführt werden. Klöckner weist immer wieder darauf hin, diese Regel ernst zu nehmen und will nicht bei einem staatlichen verbindlichen Tierwohl-Label wie bei der Maut scheitern.

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