Haltungskennzeichnung

Positionen zum Tierwohl liegen weit auseinander

Verbindlich und über dem Standard liegend - die Forderungen von Tierschützern an die Haltungskennzeichnung sind hoch. Wirtschaftnahe Verbände halten das für unrealistisch.

In einem gemeinsamen Positionspapier fordern Tierschutz- und Umweltverbände bei Thema Tierwohl eine verpflichtende Haltungskennzeichnung. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner soll bis zum Ende der Legislaturperiode die Freiwilligkeit in eine gesetzliche Pflicht verwandelt haben. Zusätzlich soll bereits die Einstiegsstufe weit über dem gesetzlichen Standart liegen. Die Kriterien sollen deutlich darüber hinaus gehen, als Beispiel nennen die Verbände das Ringelschwanzkürzen und den Kastenstand. Die Verbände belegen ihre Forderung mit Umfragen, die "die Bereitschaft der Verbraucher, mehr Geld für weniger Tierleid zu zahlen", belegen würden, erklärt beispielsweise Undine Kurth, Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzrings.
 

Mit einer Stimme
Das „Positionspapier staatliches Tierwohlkennzeichen“ ist von neun Organisationen unterzeichnet worden: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bund, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, Provieh und Vier Pfoten

Gerade die Gestaltung der Tierwohlstufen ist ein Streitthema. Tierhalter sorgen sich um die Vermarktungsmöglichkeit, wenn bereits die Einstiegsstufe eine hohe Hürde darstellt. Im Vorfeld des heutigen Treffens der „Arbeitsgruppe Tierwohlkennzeichnung Schwein“ im Bundeslandwirtschaftsministerium erklärt DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp, wie wichtig eine "breite Wirkung im Markt" sei. Das Fleisch dürfe kein Nischenprodukt sein, sondern das Label müsse eine Breitenwirksamkeit entfalten. Der DRV hält die Einstiegsstufe auf Basis der Kriterien "Initiative Tierwohl Plus" für sinnvoll. Darüber hinaus soll das Label freiwillig bleiben. Die unterschiedlichen Verkaufsstufen – vom Lebensmitteleinzelhandel über den Großverbrauch bis hin zu Restaurants – sind einzubinden.

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