Transparenz

BfR öffnet weitere Akten zu Glyphosat


Mit einer nicht öffentlich zugänglichen Internetseite möchte der BfR-Leiter Prof. Hensel sowohl dem Erstveröffentlichungsrecht als auch dem Informationsbedürfnis gerecht werden.
BfR
Mit einer nicht öffentlich zugänglichen Internetseite möchte der BfR-Leiter Prof. Hensel sowohl dem Erstveröffentlichungsrecht als auch dem Informationsbedürfnis gerecht werden.

Wer detaillierte Informationen zur Bewertung von Glyphosat angefragt hat, erhält jetzt vom BfR eine elektronische Auskunft. Das Institut ist überzeugt, genug Transparenz herzustellen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird mit Anfragen nach Glyphosat regelrecht zugeschüttet. Das BfR berichtet von rund 39.000 Anträgen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Die Fragesteller fordern Einsicht in eine bislang nicht veröffentlichte zusammenfassende wissenschaftliche Stellungnahme des BfR zur Monographie der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC über den Wirkstoff Glyphosat.
Das BfR hat jetzt entschieden, diese Stellungnahme allen, die Anträge gestellt haben, über eine nicht öffentlich zugängliche BfR-Internetseite individuell zugänglich zu machen.

Erstveröffentlichungsrecht wird gerichtlich geklärt

Nach Angaben von BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel geht sein Institut diesen neuen Weg, um gesetzliche Anforderungen hinsichtlich der Transparenz von Behördenentscheidungen zu erfüllen und Anfragen in einem angemessenen Zeitraum zu beantworten. Gleichzeitig stellt Hensel aber auch klar, dass sich das BfR mit dem jetzt gewählten Prozedere zum Zugang der Informationen an wissenschaftliche Regeln zum Erstveröffentlichungsrecht hält.

Denn der freie Zugang zu den Veröffentlichungen sowohl des englischsprachigen Addendums zum Bewertungsbericht (RAR) des BfR als auch der zusammenfassenden deutschsprachigen Stellungnahme beschäftigt derzeit noch das Landgericht Köln. Dort werden grundsätzliche Fragen des Urheberrechts bei den wissenschaftlichen Arbeitsergebnissen des BfR noch geklärt.

„Sämtliche fachliche Schlussfolgerungen sind öffentlich zugänglich.“
Prof. Andreas Hensel, BfR-Präsident, 

Das BfR teilt aber mit, dass die Informationen aus dem Addendum bereits seit 2015 in englischer Sprache auf der Homepage der Efsa veröffentlicht sind. „Somit sind sämtliche fachliche Schlussfolgerungen öffentlich zugänglich“, stellt Hensel klar.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats