Transpazifischer Freihandel

Es geht auch ohne Trump

Kanadas Rindfleischerzeuger hoffen auf Absatz in Japan.
Foto: cattle.ca
Kanadas Rindfleischerzeuger hoffen auf Absatz in Japan.

Bis März wollen elf Staaten ein transpazifisches Freihandelsabkommen schließen, verkündete Kanadas Premierminister am Dienstag in Davos. Nicht alle kanadischen Farmer jubeln.

Zum Auftakt des diesjährigen Weltwirtschaftsforum, das seit Dienstag in Davos stattfindet, hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau den Durchbruch in den Verhandlungen von elf Pazifik-Anrainerstaaten verkündet. Statt dem ursprünglichen Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP), an dem noch die USA beteiligt waren, entsteht jetzt das Abkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Trans Pacific Partnership) – in den nordamerikanischen Medien auch als „TPP 11" bezeichnet (siehe Kasten). Das Abkommen soll Anfang März unterzeichnet werden, stellte Trudeau in Davos in Aussicht.

Jetzt werden es elf statt zwölf

Die USA hatten im Oktober 2015 mit elf weiteren Pazifik-Anrainerstaaten das Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP) geschlossen, aber noch nicht ratifiziert. Als eine seiner ersten Amtshandlungen kündigte dann US-Präsident Donald Trump das Abkommen vor genau einem Jahr. Daraufhin verhandelten die verbliebenen elf Partnerstaaten weiter. Es handelt sich um Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Ihre Partnerschaft soll auch ein Gegengewicht zur Wirtschaftsmacht China bilden.

Rinderhalter jubilieren - Milcherzeuger fürchten Druck

Für Kanadas Agrarwirtschaft könnten sich mit dem Abkommen neue Chancen ergeben. Die kanadische Cattlemen's Association etwa bezeichnet CPTPP als eine „riesige Chance für Kanadas Rindfleischsektor, speziell am japanischen Markt". Nach Angaben des Verbandes importiert Japan jährlich Rindfleisch im Wert von 3,8 Mrd. US-$, wobei Australien und die USA den Löwenanteil bestreiten. Bislang zahlen die USA und Kanada einen Zoll von 38,5 Prozent, wogegen Australien bereits zollermäßigt liefert. Jetzt hoffen die Kanadier auf Gleichstand mit den Australiern, wogegen die USA bei dem bisherigen hohen Zollsatz bleiben wird. Weitere Profiteure könnten die kanadischen Schweinefleischexporteure sein. Ins Hintertreffen geraten dürften dagegen die kanadischen Milchbauern. Der Verband Dairy Farmers of Canada warnt seit Jahren vor zunehmenden Importdruck aus Australien und Neuseeland, wenn es zu einer gemeinsamen Freihandelszone kommt.

Hoffnung auf höhere Getreide- und Rapsexporte

Sehr zufrieden mit dem CPTPP wiederum äußert sich der Verband Grain Growers of Canada (GGC). Die exportorientierte Getreidelobby rechnet sich wachsende Chancen auf den asiatischen Märkten aus. Vietnam etwa hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Weizenimportland entwickelt. Genauso optimistisch äußert sich der Rapsverband Canola Council of Canada (CCC). Er erhofft sich einen Abbau der Importzölle fürRapsöl und Rapsschrot vor allem in Japan und Vietnam.

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