Treihausgase

Studie mahnt CO2-Reduktion in Fleischindustrie an


Die Milch- und die Fleischindustrie könnten mit ihren Wachstumswünschen zum Klima-Killer Nummer eins aufsteigen. Denn den meisten fehlt eine CO2-Reduktionssrategie, berichtet eine neue Studie.

Die fünf größten Milch- und Fleischproduzenten der Welt sind gemeinsam für mehr Treibhausgas-Emissionen pro Jahr verantwortlich als einer der Öl-Giganten wie ExxonMobil, Shell oder BP. Das ist das Ergebnis einer Studie des Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP). Die Nonprofit-Organisation mit Sitzen in den USA und der Schweiz will nachhaltige Systeme im Handel, in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor fördern, meldet lz.net.

Vor allem warnen die Verfasser vor der Zukunft. Ihre These: Wenn alle Industriebereiche ihre Klimaschutzziele weiter verfolgen, außer der Fleisch- und der Milchindustrie, dann könnte diese in 32 Jahren für 80 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sein. Diese Prognose begründet das IATP damit, dass andere Industriezweige wie die Ölindustrie ihre Ziele, die Emissionen zu reduzieren, offensiv angehen würden. Dagegen gebe es in der Milch- und Fleischindustrie nur vier Unternehmen, die glaubhafte CO2-Bilanzen veröffentlichten: NH Foods aus Japan sowie Nestlé, FrieslandCampina und Danone.

Laut IATP gibt es unter den 35 größten Fleisch- und Milchproduzenten der Welt, zu denen auch das Deutsche Milchkontor und Tönnies gehören, nur 14, die überhaupt CO2-Reduktionsziele angeben würden. Davon wiederum würden  sich nur sechs auch auf die Lieferkette erstrecken, in der bis zu 90 Prozent der Emissionen entstünden. Die anderen würden lediglich die Emissionen der eigenen Anlagen angeben; manche auch diejenigen, die etwa durch Stromgenerierung außerhalb des eigenen Betriebs entstehen.

Zwar gebe es keine verbindlichen Reduktionsregularien für die Branche, doch um den Anstieg der Erderwärmung zu drosseln, wäre ein verringerter Fleischkonsum nötig. Die Wachstumsambitionen der Unternehmen stünden dem entgegen. Beispiel JBS: Der weltgrößte Fleischproduzent aus Brasilien gründe seine Wachstumsprognose auf der Annahme, dass der Fleischkonsum von 37 Kilo im Jahr 1999 bis 2030 auf 48 pro Kopf pro Jahr ansteigen werde, heißt es in der Studie. Wenn das der Fall wäre, würde sich der Anstieg der globalen Temperaturen auf ein gefährliches Level nicht mehr verhindern lassen, so die Kritik.

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