Trendforscher

„Fleisch wird zum Premiumprodukt“


Der Trendforscher Gabor Janszky sieht für Fleisch- und Milchprodukte langfristig nur noch einen Platz im gehobenen Preissegment.
Foto: Sven Janszky
Der Trendforscher Gabor Janszky sieht für Fleisch- und Milchprodukte langfristig nur noch einen Platz im gehobenen Preissegment.

Gábor Jánszky berät Unternehmen bei der Bewältigung gesellschaftlicher und technologischer Herausforderungen. Die Lebensmittelerzeugung sieht er vor einem Umbruch.

Der Trendforscher  Gábor Jánszky erwartet in den kommenden Jahren einen starken Zuwachs von Lebensmitteln, die mit biochemischen Verfahren erzeugte Proteine enthalten. Ob diese Entwicklung bis 2030 zu einer Halbierung des Rinderbestandes in den USA führen wird, wie eine Studie aus Kalifornien vorhersagt, will der Geschäftsführer der in Leipzig beheimateten Think Tanks 2b AHEAD nicht bewerten. „Zukunftsforscher halten sich beim Nennen konkreter Zahlen generell zurück“ erläutert Jánszky gegenüber agrarzeitung.de. Das starke Wachstum bei den neuen Lebensmitteln werde aber zu einer Reduzierung Tierzahlen führen, ist er sich sicher, ohne sich auf einen genauen Prozentsatz festlegen zu wollen.

Jánszky sieht einige Faktoren, die über das Tempo des Wandels entscheiden werden. Dazu zählt zum einen die Frage, mit wie viel Kapital private Investoren die Projekte unterstützen. Beschleunigt werden könnte die Entwicklung auch, wenn große traditionelle Lebensmittelunternehmen wie Schlachthof- und Molkerei-Konzerne in die Produktion einsteigen. Dritter Faktor sei der Umfang der politischen Unterstützung und schließlich die Frage, wie die neuen Produkte von der Gesellschaft aufgenommen werden.

Sicher ist sich der Trendforscher, dass sich die Lebensmittelproduktion in diese Richtung entwickeln wird. Am Ende werde der Massenmarkt zu einem großen Teil aus Lebensmitteln bestehen, die mit Hilfe der neuen Verfahren produziert wurden, weil diese Erzeugnisse billiger sein werden als ihre tierischen Vorgänger. In einem Premiummarkt würden aber auch in Zukunft klassische Fleisch- und Milchprodukte ihre Käufer finden. Um diesen Bedarf zu decken, werde man aber deutlich weniger Tiere benötigen als heute.

 

 

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