Trockenheit

Freigabe von ÖVF-Brachen für Futternutzung

Heu könnte knapp werden. Daher werden zum 1. Juli Vorrangflächen für den Schnitt freigegeben.
Foto: pixel2013 / Pixabay
Heu könnte knapp werden. Daher werden zum 1. Juli Vorrangflächen für den Schnitt freigegeben.

Nach dem ersten Grünschnitt wächst wegen der Trockenheit kaum Futter nach. In Ostdeutschland erlauben die Agrarminister Futter von ökologischen Vorrangflächen zu ernten.

In Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern haben Tierhalter zu wenig Futter. "Wir werden jetzt unseren Landwirten helfen, indem wir Ihnen die Möglichkeit geben, weiteres Futter von Brachlandflächen zu ernten“, sagte Birgit Keller (Linke) Agrarministerin in Thüringen. Brachen zur Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) können auf Grundlage eines vorher formlos schriftlich gestellten Antrages vom Landwirtschaftsamt für die Winterfuttergewinnung ab 1. Juli freigegeben werden. Das auf solchen Flächen gewonnene Futter kann für die eigene Tierhaltung oder auch für die Tierhaltung von Dritten dienen. Im Antrag sollen erklärt werden, warum es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt, für welche Flächen und in welchem Zeitraum die Ausnahme gelten soll und wie der Aufwuchs (Heu/Silage/Weide) genutzt wird.
 

Vorschriften Thüringen
Die Futternutzung von ÖVP-Brachen hat im Rahmen der Direktzahlungen folgende Konsequenzen:

Diese Brachen werden im Rahmen der Anbaudiversifizierung im Zeitraum vom 1. bis 15.07.2018 wie Gras und andere Grünfutterpflanzen behandelt. Für die Pflicht zur Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen (ÖVP) ändere sich in Thüringen nichts bei der Einstufung. Eine Beweidung von solchen Brachen mit Ziegen und Schafen ist ab 1. August ohne jedweden Antrag uneingeschränkt möglich. Für Brachen mit Honigpflanzen gilt diese mögliche Ausnahmegenehmigung nicht.

Eine generelle Nutzungsmöglichkeit ist ohnehin bei Streifenelementen als ökologische Vorrangflächen wie „Feldränder/Pufferstreifen“ und „Streifen beihilfefähiger Flächen am Waldrand“ gegeben. Diese können seit 2018 ganzjährig beweidet und ab 1. Juli auch für Winterfuttergewinnung durch Mahd genutzt werden. Bei diesen Flächen sei die Mahd nach dem 30. Juni ohne Beachtung weiterer Auflagen möglich. Sind diese Streifenelemente zusammen mit einer Kulap-Verpflichtung wie beispielsweise ein- und mehrjährigen Blühstreifen nach den Programmteilen V411 bis V425 angelegt worden, so sind hier die Kulap-Verpflichtungen das beschränkende Element. In diesem Fall scheide eine Futternutzung aus.

Sachsen erlaubt Beweidung

Auch Sachsens Landwirte erhalten die Möglichkeit, als ÖVF  ausgewiesene Brachen ab 1. Juli 2018 zur Futtergewinnung oder direkten Beweidung mit Tieren zu nutzen. Vor der Nutzung müssen sich betroffene Landwirte bei dem örtlich zuständigen Förder- und Fachbildungszentrum (FBZ) oder der örtlich zuständigen Landesämter für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) melden. Dort erhalten sie das Anzeigeformular und weitere Informationen zum Verfahren.

 

Weitere Hilfen für landwirtschaftliche Betriebe, die infolge der anhaltenden Trockenheit in Existenznot geraten, stehen mit der Förderrichtlinie „Krisen und Notstände“ (RL KuN/2015) zur Verfügung. Wenn die gesamtbetrieblichen Umsatzerlöse im Schadjahr die durchschnittlichen Umsatzerlöse der vergangenen drei Jahre um mehr als 30 Prozent unterschreiten, kann der entstandene finanzielle Schaden durch einen Zuschuss bis zu 80 Prozent ausgeglichen werden, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für diese Hilfen ist die Bewilligungsstelle des LfULG in Dresden-Klotzsche Ansprechpartner, teilt das Agrarministerium in Dresden mit.



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