Trockenheit

Hogan will Futtergrundlage verbessern


Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen können möglicherweise früher geerntet und als Futter genutzt werden. Die EU-Kommission verhandelt mit den Mitgliedstaaten über eine Lockerung der Auflagen.

Brachflächen sind bereits zur Verfütterung freigeben. Jetzt sollen möglicherweise auch Zwischenfrüchte und Gründecken wegen der Trockenheit frei gegeben werden. Dies kündigt EU-Agrarkommissar Phil Hogan an. Bisher müssen Zwischenfrüchte bis Februar auf dem Acker bleiben. Hogan erwartet vor allem Anregungen und Anfragen aus den EU-Mitgliedstaaten, um die Futtergrundlage zu verbessern. Bereits nach dem jüngsten Ministerrat im Juli hatte der EU-Agrarkommissar den Landwirten zugesagt, dass EU-Mitgliedstaaten die erste Tranche der Direktzahlungen auf 70 Prozent erhöhen dürfen. Im Rahmen der ländlichen Förderprogramme können 85 Prozent der Zahlungen bereits im Oktober gewährt werden. Zuwendungen aus dem EU-Agrarhaushalt sind dagegen kaum zu erwarten, da kein Geld mehr vorhanden ist.

Einzig und allein die Krisenreserve über rund 450 Mio. € stünde den Landwirten zur Verfügung. Doch den Notnagel finanzieren die Landwirte selbst, weshalb Auszahlungen aus der Krisenreserve zu Auseinandersetzungen zwischen betroffenen und weniger betroffenen EU-Mitgliedstaaten führt. Rechtlich bewegt sich die EU-Kommission in engen Grenzen, was die Dürrehilfen angeht. Der Fall ist mit den drei Milchpaketen aus dem Vorjahr nicht zu vergleichen. Der Milchpreis fiel damals in der gesamten EU. Jetzt steigt aber der Getreidepreis und Ertragsausfälle gibt es nur im Nordosten der EU. Der für die Milchpakete genutzte Artikel 221 der EU-Marktverordnung kommt deshalb kaum in Frage.

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