Nach 150 Jahren ist der Wolf wieder heimisch geworden in Deutschland. Gegenwärtig sei davon auszugehen, dass mehr als 30 Wolfsfamilien in Deutschland leben, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Mit der Rückkehr des Raubtiers steigen alte Ängste in der Bevölkerung auf: Illegale Tötungen sind laut Regierungsauskunft überwiegend aus dem Osten der Republik bekannt, seit 1991 sind 22 Tiere getötet worden, die meisten davon in Sachsen und Brandenburg.

Bund und Länder versuchen mit verschiedenen Aktionen gegenzusteuern: Das Bundesamt für Naturschutz habe in den vergangenen Jahren die fachlichen Voraussetzungen für ein Monitoring und Management der Wölfe in Deutschland ausgearbeitet, heißt es in der Antwort der Regierung. Auf dieser Grundlage hätten inzwischen 11 von 16 Bundesländern Wolfsmanagementpläne, Leitlinien oder Konzepte zum Umgang mit Wölfen veröffentlicht, darunter Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorschutz (BMUB) plane zudem ein Dokumentations- und Beratungszentrum des Bundes zum Wolf. Seit November letzten Jahres habe das BMUB einen Runden Tisch eingerichtet, zu dem alle, die am Thema „Wolf“ interessiert seien, beitragen könnten. Dieser solle einen Meinungsaustausch mit vom Wolf betroffenen Bevölkerungsgruppen ermöglichen, um eventuelle Konflikte rechtzeitig zu erkennen. (az)
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