Für die Neubewertung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat hat Deutschland, das in der EU als Berichterstatter für den Wirkstoff fungiert, den Entwurf des Bewertungsberichts an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) übergeben.

Ohne Gefahren für die Gesundheit

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat die EU-Kriterien erfüllt und dass damit die Voraussetzungen für eine weitere Genehmigung als Pflanzenschutzmittelwirkstoff vorliegen. Dem Bericht zufolge gehen von Glyphosat keine Gefahren für die Gesundheit aus.

Risiken für die biologische Vielfalt

Es wird aber ein verbessertes Risikomanagement zum Schutz der biologischen Vielfalt empfohlen. Zwar sei Glyphosat für Vögel, Säugetiere und Insekten nicht unmittelbar schädlich. „Breitbandherbizide wie Glyphosat töten jedoch auf den behandelten Kulturflächen auch diejenigen Pflanzen ab, die Insekten wie Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung bieten", heißt es in dem Bericht. Damit würde wiederum die Nahrungsgrundlage für Feldvogelarten beeinträchtigt.

Genehmigung mit Auflagen

Die nächsten Instanzen
Die Efsa wird den Bewertungsbericht voraussichtlich im Januar 2014 öffentlich zugänglich machen und damit das sogenannte Peer-Review-Verfahren einleiten. Dabei werden Wissenschaftler aus den Behörden der Mitgliedstaaten und der Efsa den Bewertungsbericht kritisch prüfen. Hinzu kommt eine öffentliche Konsultation. Am Ende wird die Efsa ihre Schlussfolgerung veröffentlichen, die dann wiederum die Entscheidungsgrundlage für die EU-Kommission bildet. (db)
Deswegen sei die „Genehmigung für Glyphosat mit der Maßgabe zu verbinden, dass die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, um solche Effekte und nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu reduzieren", formulieren die deutschen Behörden als Konsequenz.

Aufgabenteilung

Der Bericht ist in Deutschland erstellt worden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig ist. Teilberichte kamen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (Gesundheit), vom Julius Kühn-Institut (Wirksamkeit, Nutzen, Bienen) sowie vom Umweltbundesamt (Naturhaushalt). Weiterhin war die Slowakei als Co-Berichterstatter beteiligt; Beiträge kamen vom Wasserforschungsinstitut in Bratislava, einer Behörde im Geschäftsbereich des slowakischen Umweltministeriums. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte seine Ergebnisse bereits im Dezember bekannt gegeben. (db)
stats