Übergriff

Der Wolf war eine Ente


Wolf
Foto: Pixabay
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Für den Biss eines Arbeiters in Niedersachsen kann nicht der Wolf verantwortlich gemacht werden. Das hat eine DNS-Probe ergeben. Das Umweltministerium lässt das verdächtigte Wolfsrudel jetzt intensiver beobachten.

Ein möglicher Wolfsangriff auf einen Menschen hatte vor Kurzem für Aufregung gesorgt. Ein Gemeindemitarbeiter hatte in Bülstedt im Landkreis Rotenburg angegeben, von einem Wolf oder einem wolfsähnlichen Tier gebissen worden zu sein. Das ist nicht der Fall, teilt das Umweltministerium in Hannover mit. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen, das ein Referenzlabor für genetische Untersuchungen von Wölfen ist, hatte Tierhaarproben, die Kleidung und einen Hammer analysiert. Bei allen Proben ergab sich keinerlei Nachweis auf einen Wolf. Somit waren die Meldungen über einen Wolfsbiss ein "Ente", wie man im Zeitungsjargon Falschmeldungen nennt.


Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies hätte sich nach eigenen Worten ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht: "Wäre ein Wolf festgestellt worden, dann wäre eine Tötung unumgänglich gewesen. Klar ist, dass wir jetzt weitere Erkenntnisse brauchen. Hinweisen auf freilaufende Hunde in der Umgebung muss nachgegangen werden." Darüber hinaus hat Lies ein intensiviertes Wolfsmonitoring beauftragt.

Nabu warnt vor Panikmache

„Leider ist es in solchen Fällen immer so, dass es Akteure gibt, die vorschnell den Wolf als Verursacher benennen ohne die Faktenlage abzuwarten. Das schürt massiv Ängste in der Bevölkerung", erklärt dazu Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Nabu in Niedersachsen. Er hält es auch für sinnvoll, dass das Rudel in der Region genauestens beobachtet wird. Die CDU in Niedersachsen wiederholt ihre Forderung nach der Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht.


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