Baden-Württemberg

Überraschende Ressortaufteilung


Die Grünen sind in Baden-Württemberg nach der Landtagswahl im März erstmals stärkste Partei. Am heutigen Montag haben die Parteien das Vertragswerk vorgestellt. Die Grünen bekommen die Fachressorts Finanzen, Umwelt, Soziales, Wissenschaft und Verkehr. Nach Informationen von agrarzeitung.de wird die CDU das Landwirtschaftsministerium erhalten. Darüber hinaus geht das Innenministerium geht an die CDU sowie das Kultusministerium, das Wirtschaftministerium und das Justizministerium.

Das bisherige Ministerium von Alexander Bonde (Bündnis 90/Die Grünen) geführte Landwirtschaftsministerium wird neu zugeschnitten. Das Referat Naturschutz geht an das von den Grünen geführte Umweltministerium, der Verbraucherschutz übernimmt das Justizministerium.

Die CDU wird dem Vernehmen nach die Verantwortung für das "entkernte Landwirtschaftsministerium" bekommen. Die Grünen wollen ihre Bedeutung mit dem Finanzressort aufwerten. Am 12. Mai wird  Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Landtag nach seiner Wahl sein Kabinett vorstellen. Das Votum der Parteitage von Grünen und CDU zum Koalitionsvertrag steht noch aus. Die CDU trifft sich am kommenden Freitag zum Landesparteitag, am Samstag folgen die Grünen.

Das Agrarministerium ist für beide Seiten gleichermaßen attraktiv. Das Ressort bietet Chancen, sich zum Fürsprecher des ländlichen Raums zu machen; für die CDU ein wichtiges Wählerreservoir, für die Grünen ein Potenzial, das sie verstärkt ausschöpfen wollen. Amtsinhaber Alexander Bonde (Grüne) steht zur Verfügung. Der ehemalige Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), der auch in dem kleinen Verhandlungskreis der CDU sitzt, würde das Ressort sicher auch nicht ausschlagen. Die CDU hat überdies eine Ex-Staatssekretärin - Friedlinde Gurr-Hirsch - in ihren Reihen, die auch die Arbeitsgruppe Agrar für ihre Partei leitete. (da)
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