Vogelgrippe

Übertragungsweg unbekannt

Nach Mecklenburg-Vorpommern grassiert nun die Vogelgrippe in Niedersachsen. Nach dem Fund des Virus H5N8 auf zwei Geflügelbetrieben dort werden strenge Hygienemaßnahmen durchgeführt. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover hat die Tötung von rund 120.000 Hühnern und Puten in den betroffenen Betrieben und in den Schutzzonen im Umkreis angeordnet. 

Neben dem Landkreis Cloppenburg gilt ein "Stand Still" auch für die benachbarten Landkreise Ammerland und Leer. "Dieses Stand Still ist unbedingt einzuhalten", so Agrarminister Christian Meyer. Das heißt, dass in diesem Gebiet gehaltene Vögel weder in einen, noch aus einem Bestand verbracht werden dürfen. Eine Ausnahme gilt nur für Eintagsküken: Sie dürfen aus einer Brüterei innerhalb des Stand-Still-Gebiets in einen Bestand außerhalb dieser Zone gebracht werden. Das Stand Still gilt noch bis Freitagabend. 


Bundesagrarminister Christian Schmidt forderte ebenfalls Geflügelbetriebe zu verschärften Vorsichtsmaßnahmen auf. Verbreitet werde, so Schmidt, das Virus wahrscheinlich durch Zugvögel. Denn nun liege auch ein Fall von Vogelgrippe in Italien vor.

Schutzmaßnahmen einhalten


Grundlage für die Bekämpfung der Geflügelpest ist die Geflügelpest-Verordnung in ihrer Fassung von 2013. Um eine Verbreitung zu verhindern, spiele die Schutzkleidung eine wesentliche Rolle, so das BMEL. Der Besitzer des Geflügels hat sicherzustellen, dass jede Person, die mit seinem Geflügel in Kontakt kommt, gereinigte Schutzkleidung oder Einwegkleidung anlegt und trägt.

Die Schutzkleidung ist unverzüglich nach Gebrauch vom Tierhalter zu reinigen und zu desinfizieren. Einwegkleidung muss unverzüglich nach Gebrauch unschädlich beseitigt werden. Ebenfalls von hoher Bedeutung sind weitere seuchenhygienische Maßnahmen wie beispielsweise die Sicherung der Ställe gegen unbefugten Zutritt sowie deren Reinigung und Desinfektion.

Kritik am Vorgehen von Meyer äußerte der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke. Der Minister komme seiner Verantwortung nicht nach. Er sei er mit der Situation vollkommen überfordert", sagte Dammann-Tamke nach der Unterrichtung des Agrarausschusses. „Schon als der erste Verdacht aufkam, dass es sich um das gefährliche H5N8-Virus handeln könnte, hätte der Minister allen Landkreisen die Stallpflicht empfehlen müssen, um andere Betriebe zu schützen," so der CDU-Agrarexperte.(da)
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