Ufop-Perspektivforum

Zur Trockenheit kommt die dürre Politik


Landwirte schätzen Raps und Körnerleguminosen in der Fruchtfolge. Oft geht die Rechnung aber betriebswirtschaftlich nicht auf. Ob die Ackerbaustrategie neue Impulse bietet, steht noch in den Sternen.

Eine Erweiterung enger Getreidefruchtfolgen ist eigentlich politisch gewünscht. Sie wird auch ein wesentliches Element der Ackerbaustrategie sein, die das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) im Herbst 2019 vorlegen will. Konkrete Inhalte konnte Stefan Hüsch, der im BMEL an dem Projekt beteiligt ist, auf dem Perspektivforum der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) am Mittwoch in Magdeburg allerdings noch nicht nennen. Entsprechend ratlos zeigten sich bei der Ufop-Veranstaltung Landwirte, die ihre Fruchtfolgen gerne bunter gestalten würden, denen dafür aber klare politische Rahmenbedingungen fehlen.

Raps leidet unter der Trockenheit

Aktuell plagt die Landwirte aber vor allem die Trockenheit. Im Bundesland Sachsen-Anhalt könnte der Anbau von Winterraps um ein Drittel geschrumpft sein, schätzt Jörg Kamprad. Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Querfurt hat ganz auf Raps verzichten müssen. Doch nicht nur der fehlende Regen frustriert den Landwirt. Seine Aufzeichnungen belegen, dass generell die Rapserträge in der Tendenz sinken. „Wir sind auf das Niveau des Jahres 1995 zurückgefallen", berichtete er in Magdeburg. In diesen 20 Jahren seien aber die Kosten für Maschinen, Arbeitskräfte und Betriebsmittel sowie die Pachtpreise deutlich gestiegen. „Raps ist ein Verlustgeschäft“, bilanzierte Kamprad die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre. Dennoch will er auf die Kultur wegen des hohen Vorfruchtwertes auf Dauer keinesfalls verzichten.

Körnerleguminosen brauchen bessere Vermarktung

Rege diskutiert wurde in Magdeburg, ob Körnerleguminosen eine Alternative als Eiweißlieferant sein könnten. Einig waren sich Landwirte und Berater, dass ohne finanzielle Förderung Ackerbohnen und Körnererbsen kaum Chancen hätten, sich in größerem Umfang als bisher auf den Äckern zu etablieren. Eine gekoppelte Eiweißprämie hält die Ufop allerdings für problematisch. Vielversprechender seien Agrarumweltprogramme, wenn sie – wie in Nordrhein-Westfalen – generell eine vielfältige Fruchtfolge fördern, ist Dieter Hagedorn, Ackerbauer aus Lage, überzeugt. Doch wies er in Magdeburg darauf hin, dass alle staatliche Förderung nichts nutzt, wenn die Vermarktung brach liegt. „Hier sind die Genossenschaften gefordert“, appellierte der Landwirt an die Handelspartner. Er ist überzeugt, dass heimische Eiweißpflanzen wegen der Freiheit von gentechnischer Veränderung Chancen haben. „Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagte Hagedorn.

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