Viele Agrarflächen in der Ukraine befinden sich noch in Staatsbesitz. Von der Privatisierung erhofft sich die Regierung eine Stärkung der Landwirtschaft.
Foto: Katharina Wieland Müller/pixelio.de
Viele Agrarflächen in der Ukraine befinden sich noch in Staatsbesitz. Von der Privatisierung erhofft sich die Regierung eine Stärkung der Landwirtschaft.

Mit einer Bodenreform will die Ukraine die heimische Landwirtschaft stärken. Ausländische Investoren werden nach dem Willen der Regierung vom Landkauf ausgeschlossen.

In der Ukraine sollen nach der bevorstehenden Aufhebung des Moratoriums für Transaktionen mit landwirtschaftlichem Grund und Boden nur inländische Staatsbürger beziehungsweise Unternehmen zum Kauf berechtigt sein. Das hat Staatspräsident Wolodymyr Selenskij bei einer Konferenz zur Umsetzung der Bodenreform in der vergangenen Wochein Kiew bekräftigt, wie das östereichische Nachrichtenportal aiz.info berichtet. Er hob dabei das Ziel hervor, den Landwirten ein reales Eigentumsrecht auf Agrarland zu gewährleisten.



Am gleichen Tag hat Finanzministerin Oksana Markarowa die im Regierungsprogramm vorgesehenen verbilligten Agrarkredite für den Bodenerwerb durch private Landwirte verkündet. Dabei dürfen Kredite zu weniger als 5 Prozent Zinsen vergeben werden, anstatt des derzeit üblichen Zinssatzes von 20 Prozent, führte Markarowa aus. Unterdessen gab Ministerpräsident Oleksij Hontscharuk bekannt, dass seine Regierung die vorerst für Anfang Juli 2020 vorgesehene Freigabe der Geschäfte mit Agrarland um drei Monate verschoben hat. Dies geschehe nach Konsultationen mit Vertretern der Landwirtschaft, aus deren Sicht der Reformstart mitten in der Erntekampagne zeitlich unpassend sei, erklärte er.

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