Umweltbundesamt

Mehr Blühstreifen für die Artenvielfalt

Deutsche Zulassungsbehörden müssen die indirekten Folgen von Pflanzenschutzmitteln für die Artenvielfalt stärker berücksichtigen als bisher. Das geht aus einem heute vorgestellten Rechtsgutachtens hervor, das vom Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben wurd

Nach Angaben des Umweltbundesamtes entstehen solche Effekte etwa dann, wenn Vögel keine Nahrung mehr auf Äckern finden, da Pflanzenschutzmittel unbeabsichtigt Insekten und andere Nahrung der Vögel töten.

Obwohl dieser Schutz vor indirekten Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch EU- und nationales Recht gesetzlich vorgeschrieben sei, erfolge das in der Praxis nur unzureichend, bemängelt die Behörde. Der Einsatz besonders biodiversitätsschädigender Mittel müsse daher stärker unter Vorbehalt gestellt werden.

Nach Darstellung der UBA-Präsidentin Maria Krautzberger würde dies bedeuten, dass die Anwendung von Mitteln mit „starken indirekten Auswirkungen“ nur noch dann erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen. Blühstreifen, Brachflächen oder unbehandelte Dünnsaaten könnten dafür geeignet sein. Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste aber jeglicher chemischer Pflanzenschutz unterbleiben.

 

Stärker auf Alternativen setzen

„Chemischer Pflanzenschutz ist ohne Zweifel risikobehaftet, denn wenn die Mittel wirken, dann nicht ohne Nebenwirkungen für die Umwelt. Deshalb können viele der Mittel nur mit hohen Umweltauflagen zugelassen werden“, erläuterte Krautzberger. Besonders wichtig sei es daher, den Einsatz der Mittel insgesamt deutlich zu minimieren und stärker auf Alternativen zu setzen. Vor allem die konventionelle Landwirtschaft müsse hier besser werden.

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