Insektenschutz

Schulze: Keine Düngung am Ackerrand

An Feldern, die an ökologisch bedeutsame Flächen grenzen, soll die Bewirtschaftung weiter eingeschränkt werden.
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An Feldern, die an ökologisch bedeutsame Flächen grenzen, soll die Bewirtschaftung weiter eingeschränkt werden.

Das Bundesumweltministerium will den Insektenschutz in Deutschland und Europa mit 100 Mio. € fördern. Der Einsatz von Betriebsmitteln soll weiter eingeschränkt werden.

Bundesmweltministerin Svenja Schulze (SPD) will aktiv gegen das Insektensterben vorgehen. Dazu stellt sie heute heute ihre Maßnahmenvorschläge für das im Koalitionsvertrag vereinbarte „Aktionsprogramm Insektenschutz“ vor. Demnach soll der Insektenschutz in Deutschland mit 100 Millionen Euro gefördert werden. Die Hälfte des Geldes soll ab 2020 über ein gemeinsames Förderprogramm von Bund und Ländern verteilt werden, den restlichen Betrag soll der Bund stellen. Allein 25 Mio. € sollen dabei zusätzlich in Forschung und Monitoring fließen. Auch auf EU-Ebene will sich das Umweltministerium dafür einsetzen, dass die Naturschutzfinanzierung verbessert wird.

Weitere Einschränkungen für Düngung und Pflanzenschutz

Das Programm basiert auf den Eckpunkten der Regierung zum Insektenschutz und enthält eine Reihe von Maßnahmen, mit denen das Ministerium dem Insektensterben entgegenwirken will. So soll die Düngung von Ackerstreifen, die an wichtige Insektenlebensräume grenzen, verboten werden. In Gebieten, die ökologisch besonders schutzbedürftig sind, will das Ministerium den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verbieten. Glyphosat soll nur noch zum Einsatz kommen, „wo und soweit dies absolut nicht anders geht“, wie es in dem Papier heißt. „Das Insektensterben zu stoppen, ist eine zentrale politische Aufgabe unserer Zeit. Wenn wir dem Insektensterben nicht bald Einhalt gebieten, gefährden wir nicht nur unsere Vogelwelt und die Natur insgesamt, sondern auch unsere Landwirtschaft und andere Wirtschaftszweige. Wir sind auf die Leistungen der Insekten angewiesen", sagte die Bundesumweltministerin Schulze heute in Berlin.

Darüber hinaus will das Bundesumweltministerium den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln umwelt- und naturverträglicher gestalten. Zulassungen sollen künftig daran geknüpft werden, dass es Schutzflächen für Biodiversität gibt. In ökologisch besonders schutzbedürftigen Bereichen soll es Anwendungsverbote geben. Weitere Vorschläge zielen auf Gesetzesänderungen zum Schutz von Gewässerrandstreifen, zur Unterschutzstellung von Biotopen wie artenreichem Grünland und Regelungen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung ab. Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat gefährden nachweislich die biologische Vielfalt, so die Bundesumweltministerin. Die Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Glyphosateinsatz grundsätzlich zu beenden.

 Dem Vorschlag des Umweltministeriums muss das Kabinett noch zustimmen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Ackermann
    Erstellt 10. Oktober 2018 20:39 | Permanent-Link

    Na prima, die deutsche Landwirtschaft wird wieder alle Schlechtigkeiten der Welt auf sich nehmen müssen. Leider keine Beachtung von Lichtverschmutzung und weniger Fläche durch Bebauung beim Insektensterben. Stattdessen soll in Brasilien das Urwaldroden weitergehen. Das ist aber weit weg und interessiert hier niemanden. Hauptsache die Nahrungsmittel sind günstig und man kann mindestens dreimal in den Urlaub fahren.

  2. Katja Bongardt
    Erstellt 11. Oktober 2018 09:36 | Permanent-Link

    Guten Morgen Ackermann, der Straßenbeleuchtung ist auch ein Kapitel gewidmet. Die nächtliche Beleuchtung soll aus Insektenschutzgründen eingeschränkt werden. Bis zum 7. November können Sie der Ministerin übrigens Ihre Meinung sagen https://dialog.bmu.de/dito/explore?action=startpage&id=90

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