Umweltschutz

K+S einigt sich mit BUND


Das Kasseler Düngeunternehmen will ab 2021 keine  Salzabwässer mehr in die Werra leiten. Mit den Naturschützern kommt es zum außergerichtlichen Vergleich. 


K+S verzichtet darauf, bis zu 1 Mio. Kubikmeter des bis 2021 genehmigten Versenkvolumens von Salzabwässer in die Werra einzuleiten. Ferner wird der Kaliproduzent nach Auslaufen der bis Ende 2021 geltenden Genehmigung keinen neuen Versenkantrag mehr stellen. Im Gegenzug zieht der Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, seine Klage und den darauf gestützten Eilantrag gegen die bestehende Versenkerlaubnis zurück. Damit wird K+S spätestens 2021 die Versenkung von Salzlauge in den Untergrund einstellen. Dazu erklärt  „Das ist heute ein weiterer wichtiger Schritt für Umwelt und Naturschutz in Hessen und Thüringen. Mit dem klaren Bekenntnis von K+S ist 2021 endlich Schluss mit der Versenkung von Salz in den Untergrund und der Gefährdung unserer Grundwasserressourcen", sagt die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund.

2021 ist Schluss
Bei der technischen Aufbereitung der Salze fallen hoch konzentrierte Salzabwässer an, die in die Werra eingeleitet und seit 1929 auch in den tieferen Untergrund (Plattendolomit) versenkt werden. Es wurde festgestellt, dass die versenkten Salzabwässer nicht vollständig im Untergrund verbleiben, sondern im Untergrund sich ausbreiten und in bestimmten Bereichen wieder in die oberen Bodenschichten aufsteigen. Das hat in einigen Bereichen zu Beeinträchtigungen der Trinkwassergewinnung geführt und verstößt gegen den Grundwasserschutz. Mit dem Erlaubnisbescheid des Regierungspräsidiums Kassel von Ende 2016 wurde dem Unternehmen eine letztmalige Erlaubnis zur Nutzung der Versenkung bis Ende 2021 erteilt.
Damit werde der Masterplan Salzreduzierung weiter Schritt für Schritt umgesetzt. Dazu gehört auch, dass im Januar 2018 die erste Maßnahme, nämlich der Bau und die Inbetriebnahme einer Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage (KKF-Anlage), vollständig umgesetzt sein wird. Mit dem Masterplan Salzreduzierung war es gelungen, verbindliche Zielwerte für Werra und Weser bis 2027 festzusetzen. Aktuell wird dessen Umsetzung in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Länder mit K+S unter dem aktuellen Vorsitz Bremen vorangetrieben.  Die jüngste Vereinbarung ist vor allem durch den intensiven Dialog mit dem neuen K+S-Vorstand Dr. Burkhard Lohr zustandegekommen.

Der „Masterplan Salzreduzierung“ legt für die Pegel Gerstungen und Boffzen „Zielwerte“ fest, die bis 2027 zu erreichen sind. Zugleich sieht er die Umsetzung der drei Maßnahmen „Bau und Inbetriebnahme einer KKF-Anlage“, „Einstapeln und Versatz unter Tage“ sowie eine „Haldenabdeckung“ vor. K+S  werde ab 2018 bis zum Auslaufen der aktuell genehmigten Versenkung Ende 2021 einen erheblichen Teil des erlaubten Versenkvolumens von Salzabwässer aus der Kaliproduktion nicht ausschöpfen, teilt K+S mit. 

Intensiver Dialog

Mit dem geschlossenen Vergleich legen die Beteiligten auch die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Künftig sollen gerichtliche Auseinandersetzungen möglichst vermieden werden. K+S und BUND wollen etwaige Streitpunkte einvernehmlich unter Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen ausräumen. Dazu soll auch der Dialog intensiviert werden.

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