Unfaire Handelspraktiken

Begeisterung im Europaparlament

Der Vorschlag zu unfairen Handelspraktiken wird von den Abgeordneten im Europaparlament mit großem Lob für die EU-Kommission aufgenommen. Das Parlament fordert EU-weite Regeln zum Schutz der Landwirte. Einige Abgeordnete wollen zudem mit der Kartellgesetzgebung gegen die Macht der Supermärkte vorgehen.

Landwirte trauten sich häufig nicht, es laut anzusprechen, würden aber von den Supermärkten zuweilen erpresst, erklärte Albert Deß (CSU). Deshalb müssten unfaire Handelspraktiken verboten werden und die Verbote auch durchgesetzt werden. Martin Häusling (Grüne) begrüßte ebenfalls den Vorschlag der EU-Kommission, wenn er ihn auch für unzureichend hält. Gegen die Macht der Supermärkte müssten die nationalen Kartellbehörden einschreiten, sonst könnte das Problem nicht gelöst werden. Ulrike Müller (Liberale) bemängelte, die Kartellbehörden hätten zu sehr den Verbraucher und den Wettbewerb zwischen den Handelsketten im Auge. Die Kartellbehörden sollten sich stattdessen stärker um die schwache Stellung der Landwirte in der Kette kümmern. Der Erhalt von vielen Landwirten als Lieferanten von Lebensmitteln sei schließlich auch im Interesse der Verbraucher. Der Europäische Verband der Molkereien (EDA) sieht sich als Partner der Landwirte und sieht seine Unternehmen selbst dem Druck durch den Lebensmittelhandel ausgesetzt. EDA fordert, die Obergrenze für Kleine und Mittlere Unternehmen anzuheben, damit die Molkereien vom Vorschlag gegen unfaire Handelspraktiken geschützt werden. 

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