Der EU-Agrarrat debattiert am kommenden Montag in Luxemburg über den Vorschlag zu unfairen Handelspraktiken. Die BVE ist von den Ideen der EU-Kommission noch nicht überzeugt.

Der Vorschlag der EU-Kommission gegen unfaire Handelspraktiken wird aller Voraussicht nach wohlwollend von den EU-Mitgliedstaaten aufgenommen. Schon unter slowakischer EU-Ratspräsidentschaft hatten die Minister Ende 2016 mehrheitlich europaweite Mindeststandards gefordert.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) findet es gut und richtig, gegen unfaire Handelspraktiken vorzugehen. Die mit der Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels verbundene Verhandlungsstärke werde sich auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirken. Damit seien erhebliche Zugeständnisse der Lieferanten verbunden, die häufig als grenzwertig und unfair empfunden werden. "Allerdings muss 'gut gemeint' nicht per se 'gut gemacht' bedeuten", erklärt Peter Feller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BVE. Aus diesem Grund bedürfe es einer sorgfältigen Prüfung, inwieweit der Vorschlag der EU-Kommission dazu geeignet sei, einen praxistauglichen Beitrag zu leisten.

Am Montag debattieren die Minister auch über die Verluste von Lebensmitteln. Auch in Bezug auf die Vermeidung von Abfällen in der Lebensmittelkette sind sich die EU-Mitgliedstaaten einig. Im Juni 2016 hatten sie Ratsschlussfolgerungen gegen die hohen Verluste verabschiedetet. Jetzt werden die Minister gefragt, ob die damaligen Vorschläge auf gutem Weg sind oder ob Nachgebessert werden muss. In den Ratsschlussfolgerungen werden unerträgliche Verluste von einem Drittel in der Lebensmittelkette festgehalten, vor allem in den Privathaushalten und im Handel. 

 

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