Diskutierten über Anpassungen an den Klimawandel in der Landwirtschaft: Moderator Donald Bäcker, Landrat Herbert Winkel, Dr. Barbara Grabkowsky, Landrat Johann Wimberg, Dr. Anna Fangmann, Dr. Sebastian Lakner, Prof. Dr. Burghart Schmidt, Dr. Carsten Vorsatz, Ansgar Lasar, Dr. Volker Wachendörfer (v. l.).
Universität Vechta/Siemer
Diskutierten über Anpassungen an den Klimawandel in der Landwirtschaft: Moderator Donald Bäcker, Landrat Herbert Winkel, Dr. Barbara Grabkowsky, Landrat Johann Wimberg, Dr. Anna Fangmann, Dr. Sebastian Lakner, Prof. Dr. Burghart Schmidt, Dr. Carsten Vorsatz, Ansgar Lasar, Dr. Volker Wachendörfer (v. l.).

Einzelbetriebliche Klimabilanzen offenbaren geeignete Stellschrauben, mit denen Höfe Emissionen einsparen können. Dennoch ist das Thema weiter sehr komplex, so die Erkenntnis einer Expertentagung.

Klimaschutz ist eine Aufgabe für die gesammte Gesellschaft. In diesem Punkt waren sich die rund 140 Teilnehmer einer Tagung an der Universität Vechta einig. Genauer auszuloten ist aber noch wie der Beitrag der Land- und Ernährungswirtschaft zur Senkung der Treibhausgase aussehen kann und wie sich die Betriebe entsprechend anpassen und auf wettertechnische Extremsituationen vorbereiten können. Der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen und das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland hatten Wissenschaftler sowie Wirtschafts- und Verwaltungsvertreter Ende Februar dazu zu einem Austausch in die Universität Vechta eingeladen.  

Es brauche neue Bildungs- und Kommunikationsformate sowie faktenbasierte und transparente Bewertungssysteme, forderte Dr. Volker Wachendörfer von der Deutschen Bundestiftung Umwelt. Er stellte heraus, dass es bei der Bewältigung der Klimaveränderungen nicht nur um technologische Herausforderungen gehe, sondern insbesondere auch um einen Ausbau von Kooperationen der Beteiligten. „Wir dürfen die Komplexität des Klimawandels nicht verschweigen“, so Wachendörfer. 

Die Bedeutung der Bewertungssysteme hob auch Ansgar Lasar, Klimabeauftragter der Landwirtschaftskammer Niedersachen hervor. Er berichtete von Erfahrungen mit einzelbetrieblichen Klimabilanzen. Diese zeigten, dass in vielen Betrieben bereits geeignete Stellschrauben ermittelt werden konnten, um erhebliche Treibhausgasemissionen einzusparen, sagte Lasar „Die Klimaschutzmaßnahmen rechnen sich für die Betriebe auch betriebswirtschaftlich.“ Für einen nachhaltig gesicherten Klimaschutz sei die Branche jedoch gefordert, die produktbezogenen Emissionen entlang der gesamten Produktionskette zu ermitteln, so Lasar weiter.

Ernteversicherung befürwortet

Wie groß die Schäden von extremen Wetterereignissen für die Branche und die Volkswirtschaft sind, zeigte Dr. Sebastian Lakner von der Universität Göttingen anhand des Hitzesommers 2018. Er rechnet damit, dass die Anträge auf Dürrebeihilfen die zu Verfügung stehenden Haushaltsmittel für Beihilfen in Niedersachsen deutlich überschreiten werden. „Aus heutiger Perspektive erscheint es politisch kaum vermittelbar und daher wenig wahrscheinlich, dass der Staat auch in Zukunft bei Dürreperioden regelmäßig Beihilfen anbietet. Private betriebliche Vorsorge und Ernteversicherungen werden daher zunehmend an Bedeutung gewinnen“, prognostizierte Lakner.

Effiziente Maßnahmen identifizieren

„Der Klimawandel ist da. Auch die Agrarwirtschaft in Deutschland und natürlich in Niedersachsen muss deshalb reagieren und Gegenmaßnahmen finden", erklärt Uwe Bartels, AEF-Vorsitzender und Landwirtschaftsminister a. D.. Nun gelte es abzuwägen welche Maßnahmen nützten und wo die Auswirkungen eher gering wären mit der Folge, dass sich die Produktion der Lebensmittel ins weniger klimaeffiziente Ausland verlagere. Das würde viele kleine Betriebe in die Knie zwingen und das gelte es unter allen Umständen zu verhindern, so Bartels.

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