Unkrautbekämpfung

Kommunen verbannen Glyphosat

Einige Kommunen wollen auf Glyphosat verzichten. Das Totalherbizid soll dann nicht mehr auf Spielplätzen oder Verkehrsinseln eingesetzt werden. 

181 deutsche Städte und Gemeinden wollen bald kein Glyphosat mehr verwenden. Die Zahl ist zwar noch gering, aber steigt. Das geht aus der Zwischenbilanz hervor, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) vergangenen Freitag vorgelegt hatte. Im Rahmen des Projektes "Pestizidfreie Kommunen" sei binnen drei Monaten die Zahl von 90 auf 181 gestiegen. In Deutschland gibt es rund 11.000 Städte und Gemeinden.     

Der Bund hat den Ratgeber "Die pestizidfreie Kommune" erarbeitet. In ihm wird das Grundkonzept beim Verzicht auf Pflanzenschutz erläutert und Kommunen, die das bereits umsetzen, vorgestellt.
Alternativen für Kommunen
Eine Möglichkeit, im kommunalen Bereich auf Pflanzenschutz zu verzichten, besteht darin, das Thema "Wildkrautbewuchs" schon bei der Planung von versiegelten Flächen zu berücksichtigen. Zudem kann geklärt werden, wie "ordentlich" eine Fläche aussehen muss. Wege mit fließenden Übergängen statt schnurgeraden Kanten, Gräser und Kräuter auf öffentlichen Flächen, könnten dann tolertiert werden. Ein Mix aus intensiver und extensiver Pflege könne schön aussehen, den Erlebniswert steigern und einen Beitrag zu mehr innerstädtischer Biodiversität darstellen, schreibt der Bund und verweist auf ein prominentes Beispiel. Die Stadt Saarbrücken etwa gehe diesen Weg und komme seit mehr 20 Jahren ohne chemische Mittel aus. Auch in Saabrücken werde nicht jeder Wildkrautbewuchs toleriert. Dabei setzt die Stadt auf mechanische Verfahren wie Mähen, Handarbeit oder spezielle Wildkrautbürstenmaschinen.
 
stats