US-Handelsstreit

EU unter Zugzwang


In einigen Wochen wird die EU Strafzölle auf Mais, Whiskey und andere Erzeugnisse aus den USA verhängen. Das verkündete EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Die EU wolle nicht zur Eskalation des Handelsstreits mit den USA beitragen, beteuerte Malmström. Aber weil die USA die Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium seit heute erhöhen, müsse die EU antworten. Die mögliche Liste mit Produkten aus den USA werde zurzeit mit den EU-Mitgliedstaaten beraten.

EU-Strafzoll könnte ab 20. Juni gelten

Der Strafzoll über 25 Prozent könnte entweder gleich für alle, oder zunächst nur für einen Teil der US-Produkte verhängt werden, führte die EU-Handelskommissarin aus. Die Liste sei bei der Welthandelsorganisation (WTO) vorgelegt worden und könne ab dem 20. Juni in Kraft treten. Die Generaldirektion Handel der EU-Kommission hat für die US-Produkte auf der Liste für die Importe im Jahr 2017 einen Wert 2,8 Mrd. € ausgerechnet und liegt damit unter dem von der WTO als Retorsionsmaßnahme zugelassenen Betrag.

Agrarerzeugnisse im Handelswert von 347 Mio. € für die Einfuhren im Jahr 2017 stehen auf der Liste. Mais hat mit 131 Mio. € daran den höchsten Anteil, gefolgt von Cranberries mit einem Handelswert 68 Mio. € und Kidneybohnen mit 62 Mio. €. Hinzu kommen verarbeitete US-Erzeugnisse aus Agrarrohstoffen im Wert von rund 600 Mio. €, von denen der größte Teil Whiskey ausmacht. Kanada und Mexiko wollen ebenfalls Strafzölle gegen US-Produkte verhängen und klagen genau wie die EU vor der WTO.

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