Verbraucher-Studie

Unbekanntes Wesen Landwirt


Warmlaufen vor der IGW für die Agrarscouts. Landwirt Meinke Ostermann fuhr Einkäufe am Prenzlauer Berg mit dem Schlepper nach Hause.
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Warmlaufen vor der IGW für die Agrarscouts. Landwirt Meinke Ostermann fuhr Einkäufe am Prenzlauer Berg mit dem Schlepper nach Hause.

80 Prozent der Bürger würden mal gerne mit einem Landwirt sprechen, aber mindestens 40 Prozent kennen keinen persönlich. Zu diesem Ergebnis kommt das Forum Moderne Landwirtschaft.

Reizthemen rund um die Landwirtschaft gibt es genug: Tierwohl, Pflanzenschutz unter dem Stichwort Glyphosat oder Insekten sind prominente Beispiele dafür. Doch mit einem Landwirt über das Thema gesprochen haben längst noch nicht alle Bundesbürger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage, die das Forum Moderne Landwirtschaft (FML) in Auftrag gegeben hat. Rund 1.000 Befragte wurden im November dazu ausgeforscht, wann, wie und in welcher Häufigkeit sie direkten persönlichen Kontakt zu Landwirten haben und sich mit ihnen über deren Arbeit austauschen. Jetzt, passend zur Grünen Woche (IGW), hat das FML die Ergebnisse der Befragung veröffentlicht.

Im Einzelnen sagten 41 Prozent der Befragten, dass sie keinen Landwirt persönlich kennen. In Städten mit mehr als 500.000 Teilnehmern trifft dies sogar auf 60 Prozent der Befragten zu. Gleichzeitig wünschen 79 Prozent der Umfrage-Teilnehmer mehr Austausch mit einem Landwirt.

Das Forum hat nun den Stier bei den Hörnern gepackt und am vergangenen Freitag Verbraucher auf eine Treckerfahrt mit Agrarscouts, also speziell für Gespräche mit dem Verbraucher geschulte Landwirte, eingeladen. Treffpunkt war die Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg. „Wenn die meisten Großstädter noch nie Kontakt mit einem Landwirt hatten, gleichzeitig so viele von ihnen sagen, sie haben Interesse am Austausch mit Landwirten, dann möchten wir das ändern“, kommentierte Lea Fließ, Geschäftsführerin des FML, die Ergebnisse der Umfrage und die Idee hinter der Einladung zur Treckerfahrt durch die Hauptstadt.

Aufgrund des kalten, Schnee-Regen-Wetters hätten die Organisatoren kurzerhand aus der „Mal mit einem Trecker fahren“-Aktion eine „Wir fahren dich und deine Einkäufe bei diesem Mistwetter nach Hause“- Aktion umgewandelt, so Fließ. Das sei bei den Mitfahrern auf sehr positives Echo gestoßen. Vor Ort wurden immerhin noch rund 120 Becher Kakao ausgeschenkt, garniert mit einem Plausch mit Landwirten. Daher sei die Aktion, gemessen am ungünstigen Wetter, ein Erfolg, so Fließ.

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