Verbrauchermonitor

Glyphosat bereitet Sorgen

Das BfR macht Verbraucherängste transparent. Die Wahrnehmung stimmt dabei nicht immer mit der wissenschaftlichen Einschätzung von Risiken überein, wie die Rangliste der Sorgen zeigt.

Zu den vier Themen, die am meisten Beunruhigung auslösen, zählen Antibiotikaresistenzen, Pflanzenschutzmittel-Rückstände, gentechnisch veränderte Organismen und Salmonellen. Zu diesem Ergebnis kommt der halbjährlich erhobene Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Rangliste der Sorgen auslösenden Themen.
Foto: BfR
Rangliste der Sorgen auslösenden Themen.

Mit 62 Prozent der Befragten machen sich der Umfrage zufolge die meisten Verbraucher Sorgen über Resistenzen. Dieser Wert wurde auch bei der ersten Befragung vor einem halben Jahr erreicht. Auf Platz 6 der Beunruhigungsskala klettert das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Es legte im Vergleich zur letztmaligen Befragung um 11 Prozentpunkte zu. Neben Glyphosat ist auch Thema Mikroplastik in Lebensmitteln deutlich bekannter geworden. Knapp die Hälfte der Befragten zeigt sich über Mikroplastik beunruhigt. Rund 1000 Verbraucher waren aufgerufen, aus einer Liste von Gesundheits- und Verbraucherthemen die heikelsten auszuwählen. 

Handlungsfähigkeit herstellen

„Das Ziel ist, dass Verbraucher selbst handlungsfähig und risikokompetent bleiben", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. Wird offen gefragt, welche Themen als die größten gesundheitlichen Risiken angesehen werden, nennen die Befragten nach wie vor das Rauchen, die Klima- und Umweltbelastung sowie eine ungesunde oder falsche Ernährung. 
Der Staat ist beim Verbraucherschutz gefragt
Foto: BfR
Der Staat ist beim Verbraucherschutz gefragt

Eine interessante Erkenntnis liefert eine weitere Antwort: Die Befragten wünschen sich mehr Staat. Nur 10 Prozent erklärten, dass sie gesundheitliche Risiken selbst abschätzen können. Fast 90 Prozent wünschten sich hingegen, dass der Staat wissenschaftlich gesicherte Informationen bereitstellen oder darüber hinaus mehr konkrete Maßnahmen wie Verbote ergreifen sollte, um den Verbraucher zu schützen.

Wahrnehmung und Wirklichkeit
Alle sechs Monate befragt das BfR etwa 1.000 Personen zu ihrer Wahrnehmung von gesundheitlichen Risiken. Für das Institut ist besonders interessant, in welchem Maße die öffentliche Wahrnehmung von der wissenschaftlichen Einschätzung gesundheitlicher Risiken abweicht.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats