Pflanzenzucht

Gentechnikrecht bedarf Überarbeitung


Klimawandel und Sicherung der  Welternährung erfordern eine Anpassung des Gentechnikrechts an den Stand der Wissenschaft, fordert der Verein der Getreidehändler an der Hamburger Börse. Der Agrarwirtschaftsstandort Deutschland  müsse erhalten bleiben.

Das europäische  Gentechnikrecht muss dem aktuellen Stand der  Wissenschaft angepasst werden. Neue Züchtungsmethoden können die Herausforderung Klimawandel und Ernährungssicherung bewältigen. Diese Forderung des Grain Clubs unterstrich Thorsten Tiedemann,  Vorstandsvorsitzender des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG) e.V. auf der Mitgliederversammlung des Vereins. Damit kritisierte er erneut den Entscheid des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), dass neue und innovative  Züchtungsmethoden unter das bestehende Gentechnikrecht der 1990er Jahre fallen und streng zu regulieren sind.

Für den Handel sei es zudem ein kritisches Thema. Er bringe diese Ware aus Drittländern in die EU. In vielen  Ursprüngen gebe es keine Reglung für diese Züchtungsverfahren und somit auch keine Sonderregelung zur Kennzeichnung. Ein Nachweis  der gentechnischen Veränderung  sei bis dato nicht praktikabel möglich.

Tiedemann forderte eine zeitnahe Novellierung. Ansonsten würden  Agrarwirtschaftsstandort Deutschland und Europa an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Ein zukünftiges  Gentechnikrecht müsse den weltweiten Handel mit agrarischen Rohstoffen rechtssicher gewährleisten. Massive Unsicherheiten und Verwerfungen im internationalen Rohstoffhandel drohten.

Die neuen Züchtungsmethoden (New Plant Breeding Techniques - NPBT) erlauben einen deutlich schnelleren Züchtungsfortschritt und bergen erhebliches Potenzial für eine produktivere und nachhaltigere Agrarwirtschaft. Um Ernteausfälle in Zeiten zunehmender Klimaschwankungen zu minimieren, müssen Nutzpflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Schädlinge und Wassermangel werden. Gleichzeitig sollen die Erträge mit weniger Pflanzenschutz- und Düngemitteln auskommen und möglichst steigen.

Der Grain Club versteht sich als lose Allianz aus Verbänden der Agrarwirtschaft, die verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen für ihre Mitglieder erwirken wollen. Der EuGH hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass neue  Züchtungsmethoden wie CRISPR/Cas9 unter das bestehende  Gentechnikrecht fallen.

 

 

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