Verunreinigungen

Gentechnik-Raps hat ein Nachspiel


Die meisten Landwirte, die versehentlich verunreinigten Raps ausgesät haben, müssen nach dem Umbruch auch eine Anbaupause einlegen. Feldversuche sind ebenfalls betroffen.

Kurz vor Weihnachten gab es für einige Landwirte in Deutschland ein böses Erwachen. Sie hatten unwissentlich Rapssaatgut ausgesät, das mit einer nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Rapslinie (GT73) verunreinigt war.

Jetzt zieht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Bilanz. Verunreinigt waren 598 Saatguteinheiten, die in zehn Bundesländern ausgesät worden sind. Es handelt sich um Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt waren 84 landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Sie wurden aufgefordert, die verunreinigten Rapsbestände bis Ende März umzubrechen.

Bundesweit führte dies zur Vernichtung von Rapsbeständen auf insgesamt etwa 2.150 ha, so das BVL weiter. Jetzt sollen Nachkontrollen der Flächen weiterhin sicherstellen, dass auch später gekeimte Rapspflanzen erkannt und vernichtet werden. Der Hersteller des Saatguts hat laut BVL mitgeteilt, dass betroffene Landwirte entschädigt werden sollen.

Anbaupause bis Juli 2020

Die Behörde weist darauf hin, dass auf den umgebrochenen Feldflächen bis mindestens Juli 2019 kein Raps angebaut werden darf. Meist ist aber auch noch die Winterrapsaussaat in diesem Jahr untersagt. Nach Angaben des BVL hat die Mehrheit der Bundesländer eine Anbaupause für Raps bis Juli 2020 angeordnet.

Zusätzlich zu den Praxisflächen wurde in Deutschland von einem Saatgutunternehmen Raps mit GT73-Spurenanteilen auch auf sehr kleinen Versuchsflächen für Sortenvergleichsversuche in sieben Bundesländern auf  insgesamt circa 0,6 ha ausgesät. Auf diesen Flächen werden die Rapspflanzen ebenfalls vor der Blüte vernichtet.

Die betroffenen Bstände müssen vor der Rapsblüte umgebrochen werden.
Foto: db
Die betroffenen Bstände müssen vor der Rapsblüte umgebrochen werden.
Auslöser der Verunreinigung war Rapssaatgut aus französischer Vermehrung. Dort ist die gentechnisch veränderte Rapslinie (GT73) in die Bestände gekommen. Da jedoch die deutschen Behörden erst im November 2018 von der EU-Kommission über die Verunreinigung informiert wurden, kam es zu den Umbrüchen.

Importzulassung liegt vor

Das BVL hatte bereits im Dezember darauf hingewiesen, dass GT73 in der EU eine Importzulassung als Lebens- und Futtermittel verfügt. Der Raps ist in wichtigen Exportländern wie Kanada und Australien seit vielen Jahren für den Anbau zugelassen. Verboten sind die GV-Sorten dagegen für den Anbau in der EU.

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