Veterinäre

Tierwohl-Engagement versagt


Führende Tierwissenschaftler zeigen allen Labeln die Rote Karte. Lebensqualität werde nicht verbessert.

„Alle bisherigen Initiativen schaffen es nicht, die Lebensqualität von Nutztieren zu verbessern.“ Die beiden Tierexperten Prof. Thomas Blaha und Prof. Albert Sundrum üben im Deutschen Tierärzteblatt deutliche Kritik. Und die bezieht sich auf alle Label – von der Brancheninitiative Tierwohl über das des Deutschen Tierschutzbundes bis zur Tierwohl-Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Keins würde dafür sorgen, dass es den Nutztieren am Ende messbar besser gehe.

Auch die Tierärzte selber stehen in der Kritik
Die Fokussierung der Label allein auf Haltungsbedingungen sei nicht schlüssig: „Das wird der Komplexität des Sachverhalts weder auf der Einzeltier- noch auf der Betriebsebene gerecht.“ Die gegenwärtigen Strukturen der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung seien das Ergebnis einer jahrzehntelangen Entwicklung, bei der Arbeitsproduktivität, biologische Leistungen und Kostensenkung im Vordergrund standen, nicht aber die Bedürfnisse der Tiere. Es bedarf einer Weiterentwicklung der tierärztlichen Expertise im Umgang mit Zielkonflikten, fordern sie.
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