Viehhaltung

Wölfe sorgen in Spanien für Streit


In Spanien töten Wölfe Jahr für Jahr tausende Nutztiere. In der Landwirtschaft wächst der Unmut. Der Ruf nach einer Regulierung der Bestände wird lauter.

In der spanischen Region Kastillien und Leon ist die Zahl der wild lebenden Wölfe in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent gestiegen. In dem Gebiet, das etwa so groß ist wie Bayern und Thüringen, wurden im vergangenen Jahr bei einem von den Behörden in Auftrag gegebenem Monitoring 179 Rudel gezählt. Ökologen gehen davon aus, dass dies rund die Hälfte des gesamten spanischen Wolfsbestandes ist.

Was die Umweltbehörden als einen Erfolg feiern, wird von Tierhaltern zunehmend kritisch gesehen. Vertreter des Bauerverbandes sprechen von einer „unerträglichen“ Zunahme und fordern einen Notfallplan. 2018 seien in der Region bei mehr als 2000 Wolfsangriffen 3000 Nutztiere getötet wurden, so Jesús Manuel González Palacín. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bestände ausschließlich von der Natur reguliert werden“, fordert der Geschäftsführer der Union der Bauern von Kastilien und Leon. Mehr als 2000 Wölfe in der Region seien für die Viehhalter nicht nachhaltig.


Die Wölfe leben nicht mehr ausschließlich in den dünn besiedelten Gebieten der iberischen Halbinsel. Auch in der südlich von Kastilien und Leon gelegenen Hauptstadtregion Madrid sorgen die Raubtiere für Schäden. Der regionale Bauernverband wirft den politisch Verantwortlichen Sturheit im Umgang mit dem Wolf vor und fordert angemessene Entschädigungen für die von den Wölfen gerissenen Nutztiere.

In Spanien ist die Jagd auf den Wolf nördlich des Flusses Duero erlaubt, der von Ost nach West durch Kastilien und Leon fließt. Südlich davon, und damit auch in der Hauptstadtregion, stehen Wölfe unter strengem Schutz. Bauernverbände fordern das Jagdgebiet auszuweiten. Naturschützer zweifeln die offiziellen Wolfs-Zahlen der Behörden an und behaupten, dass die Population deutlich kleiner sei, weil viele Tiere durch Giftköder, Fallen und illegale Jagd getötet würden.

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