Vogelgrippe

Geflügelpest vorerst nur in den Niederlanden


Holländisches Geflügel muss im Stall bleiben. Die deutschen Behörden sind alarmiert. Sie müssen derzeit aber noch keine Maßnahmen ergreifen.

In einem Entenmastbetrieb im niederländischen Biddinghuizen wurde vergangenen Freitag die Vogelgrippe diagnostiziert. Wie das Haager Landwirtschaftsministerium mitteilte, handelt es sich vermutlich um den hochansteckenden Virustyp H5. Deshalb wurde eine landesweite Aufstallungspflicht für alle unternehmerischen Geflügelhalter verfügt, die Geflügelfleisch, Eier und andere Geflügelprodukte erzeugen.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in den Niederlanden sind die deutschen Behörden darauf eingestellt, dass der Virus über die Grenze kommen kann. Bisher sei aber niemand betroffen, heißt es beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Auch die nordrhein-westfälischen Behörden sind wachsam. "Aktuell gibt es keine weitere Handlungsnotwendigkeit", erklärte aber am Freitag das Landwirtschaftsministerium in NRW. Im Kreis Gütersloh fand am Wochenende eine Geflügelschau statt. Mehr als 200 Züchter stellten knapp 2.000 Tiere aus. 

FLI stuft Risiko höher ein

Vor rund einem Monat hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Risiko für Geflügelpest neu bewertet. Es stuft das Risiko einer Einschleppung und Verbreitung von  H5 in Hausgeflügelbestände jetzt als wahrscheinlich ein. In der vergangenen Risikobewertung war dieser Punkt als gering bis mäßig bewertet worden.

Das hochpathogene Geflügelpestvirus H5N8 sei seit seinem ersten Auftreten vor einem Jahr in Europa nie ganz verschwunden, heißt es beim FLI. Die zunehmend kältere und feuchtere Witterung begünstige die Entstehung von Infektketten.


Besondere Regeln gelten dem niederländischen Agrarressort zufolge für Enten und Truthähne, die nun nur noch nach einer tierärztlichen Untersuchung transportiert werden dürfen. Ausstellungen von Ziergeflügel und Wasservögeln sind verboten. 

Nach Angaben des niederländischen Ministeriums wurden 16.000 Enten in der Provinz Flevoland, die westlich von Amsterdam liegt, vorsorglich getötet. Außerdem seien eine Schutzzone im Umkreis von drei Kilometern sowie eine Überwachungszone im Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb eingerichtet worden. In diesem Gebiet dürften keine Geflügel, Eier, Mist und Einstreu transportiert werden. In der Schutzzone sind vier weitere Geflügelbetriebe ansässig. In der Überwachungszone wirtschaften insgesamt 23 Geflügelbetriebe.
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