Weltbienentag

Penny schmeißt Bienen-Produkte raus

Biene Weg. Regal leer - So lautet Pennys leicht verständliche Formel zum Thema Insektenschwund
Foto: az Screenshot
Biene Weg. Regal leer - So lautet Pennys leicht verständliche Formel zum Thema Insektenschwund

Der Weltbienentag der Vereinten Nationen (UN) am kommenden Pfingstsonntag macht erfinderisch. Eine Penny-Filiale räumt alle Produkte aus den Regalen, die direkt mit Bienen zu tun haben.

 
Der Penny-Markt in Hannover-Langenhagen will seine Kunden anregen, selbst gegen das Bienensterben aktiv zu werden. Die Aktion des Discounters wurde gezielt zum ersten Weltbienentag der Vereinten Nationen am 20. Mai geplant. "Wir wollen unseren Kunden zeigen, wie einfach sie sich für die Bienen engagieren können. Zum Beispiel mit Blumenwiesen oder Insektenhotels auf dem Balkon oder im Garten“, erklärt ein Penny-Sprecher. Weit weniger aufregend wirkt da die Bienen-Aktion der Bundeslandwirtschaftsministerin. Julia Klöckner lädt am Donnerstag, den 17. Mai zum Fototermin ins Ministerium ein. 

Lies will Insekten mit dem Kauf saisonaler Produkte schützen

Unterstützt wird die Aktion vom niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD): „Diese düstere Zukunftsvision zeigt, was uns blüht, wenn wir nicht unverzüglich gegensteuern", sagt Lies und verweist auf das Verbot von drei Wirkstoffen der Gruppe Neonicotinoide und das Aktionsprogramm der Bundesregierung. Auch in Niedersachsen wolle man die Vielfalt der Insekten erhalten und fördern, indem verstärkt den Ursachen des Insektensterbens auf den Grund gegangen werde. "Mit dem Kauf von Saisonprodukten könnten Verbraucher dazu beitragen, dem Insektensterben entgegenzuwirken", sagt Lies. 
Bestäubungsleistung in Milliardenhöhe
Bienen sind nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier des Menschen. Weltweit sind über 85 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubungsleistung der Bienen und einer Vielzahl weiterer bestäubender Insektenarten angewiesen. Schätzungen zufolge liegt der wirtschaftliche Nutzen von Wildbienen, Schmetterlingen und Co. im Hinblick auf die Bestäubungsleistung von Kulturpflanzen global bei jährlich bis zu 500 Mrd. €. Von den etwa 550 in Deutschland vorkommenden Arten sind bereits über die Hälfte mindestens gefährdet, viele bereits ausgestorben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Penny und Naturschutzbund NABU.

„Es ist paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig ist, beispielsweise für die Bestäubung der Kulturpflanzen oder für die biologische Schädlingsbekämpfung – und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gilt", mahnt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Ein Umdenken in der Landwirtschaft sei unausweichlich. 

Laut Dr. Gerlind Lehmann, Professorin für Evolutionäre Ökologie an der Humboldt Universität zu Berlin, hat sich die Artenzahl der Insekten in den vergangenen 20 Jahren drastisch reduziert. Sie fordert ein bundesweites und einheitliches Insektenmonitoring. Das bringt die Bundesregierung derzeit auf den Weg.

Die Aktion im Penny-Markt in Langenhagen steht im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Rewe Group, deren Schwerpunkt seit rund zehn Jahren der Schutz der Biodiversität ist. So gibt es zum Beispiel ein Gemeinschaftsprojekt in dem sich über 300 Landwirte in mehr als 20 Anbauregionen für den Schutz der Artenvielfalt im Apfelanbau in Deutschland und Österreich engagieren. Hinzu kommen Aktionen zum Vogelschutz.

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  1. Josef Auburger
    Erstellt 14. Mai 2018 18:49 | Permanent-Link

    Ich verstehe nicht, vor 20, 30 und 40 Jahre wurden viele giftige Insekizide (E605, Quecksilberbeizen) und auch giftige Herbizide in der Landwirtschaft eingesetzt. Es wurden die Zulassungskriterien - Gott sei dank - immer strenger und umweltverträglicher und jetzt gibt es immer weniger Bienen und Insekten und es ist nur die böse Landwirtschaft schuld.
    Der CO2-Ausstoß einer wiederkauenden Kuh wird diskutiert. Die Schummel-Software der Autoindustrie wird totgeschwiegen ( Super Lobbyarbeit)
    Ich würde mich über eine fundierte Antwort freuen.

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