Welternährung

Hunger kann besiegt werden


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Das Ziel, die Unternährung auf der Welt bis zum Jahr 2030 zu beseitigen, ist möglich. Der Handel mit Agrargütern spielt dabei eine entscheidene Rolle.

Noch immer hungern rund 800 Millionen Menschen weltweit. Diese Zahl ist viel zu hoch und sei eine humane Katastrophe, sagte der Agrarökonom Prof. Matin Quaim am Dienstag in Berlin. Im Rahmen eines von der Organisation Grain Club organisierten Pressegsprächs zum diesjährigen Welternährungstag am 16. Oktober verwies Quaim auf enorme Erfolge in der Sicherung der globalen Ernährungslage in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. So sei die Zahl der rund 800 Millionen Hungernden über Dekaden stabil geblieben, so der Wissenschaftler. Jedoch habe sich allein in der Zeit von 1950 bis heute die Weltbevölkerung von damals etwa 2,5 Millarden Menschen auf aktuell rund 7,5 Milliarden verdreifacht. Dieser sei im wesentlichen auf die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft welt zurückzuführen. So sei zwar die absolute Zahl der Hungernden konstant geblieben, doch sei ihr Anteil an der Weltbevölkerung drastisch gesunken.

Der Agrarökonom Prof. Matin Quaim sieht gute Möglichkeiten den Hunger auf der Welt zu beseitigen.
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Der Agrarökonom Prof. Matin Quaim sieht gute Möglichkeiten den Hunger auf der Welt zu beseitigen.


Bevölkerungsprognosen zufolge werde das Maximum der Weltbevölkerung etwa Mitte des laufenden Jahrhunderts erreicht werden und danach wieder sinken. Bei weiteren Fortschritten in der landwirtschaftlichen Produktion und einer Teilnahme der armen Länder am internationalen Agrarhandel sehe er gute Möglichkeiten, das von den Vereinten Nationen (UN) definierte Ziel den Welthunger bis zum Jahr 2030 zu beseitigen als erreichbar an, so Quaim. Weitere Fortschritte in der Produktionstechnik, eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise sowie die konsequente Vermeidung der Nahrungsmittelverschwendung seien dabei wichtige, aber realisierbar Bausteine. Über einen leistungsfähigen Handel mit Agrargütern könnten die verschiedenen Standorte auf der Welt ihre jeweiligen Vorteile nutzbringend einsetzen.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 18. Oktober 2018 11:36 | Permanent-Link

    In der EU gibt es derzeit ca. 500 Mio. Nahrungsmittelkonsumenten, in den USA etwa 300 Mio., ein Äquivalent zu eben jenen noch immer existierenden 800 Mio. Hungernden weltweit.

    Innerhalb der ersteren hochentwickelten Gunstregionen landen derzeit ein Drittel der bäuerlichen Erzeugnisse dekadenterweise nicht in den Mägen der dortigen Verbraucher; hinreichend Potential mithin, mehr als die Hälfte der derzeit Hungernden tagtäglich satt werden zu lassen.

    Wäre das kein Manna, das -unserem biblischen Auftrag folgend- sprichwörtlich vom Himmel fiele? ...Wie zu Urzeiten bei der Hochzeit zu Kana, wo man ähnliche Luxusprobleme verwaltete.

  2. Martin Hecht
    Erstellt 18. Oktober 2018 19:09 | Permanent-Link

    ergänzend zum Thema empfehle ich: http://www.faz.net/aktuell/race-to-feed-the-world/welternaehrungstag-wie-wir-den-welthunger-besiegen-koennen-15838848.html?GEPC=s2

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