Welternährung

"Nur Erträge steigern reicht nicht"

Das System ist nicht mehr in Balance, findet Condon.
Foto: jst
Das System ist nicht mehr in Balance, findet Condon.

Mit der Welternährung befasst sich heute der World Food Convention 2018. In der globalen Landwirtschaft müssen neue Produktionsformen eingeleitet werden, erklärt dort Bayer Crop Science Vorstand Liam Condon.

Allein den gegenwärtigen Status quo in der Agrarwirtschaft aufrechtzuerhalten wäre bereits eine große Herausforderung, sagte Condon heute auf dem World Food Convention 2018 in Berlin. Zunehmend zeige sich, dass klimabedingte Folgen wie Trockenheit, aber auch Überflutungen die landwirtschaftliche Basis in vielen Regionen der Welt beeinträchtigen. Gleichzeitig nehme die Bevölkerung von derzeit etwa sieben auf bis zu zehn Milliarden Menschen in den nächsten 30 Jahren zu. "Die Gleichung aus mehr Menschen und Mehrertrag wird nicht mehr aufgehen", führte Condon aus. Das System sei nicht mehr in Balance.

Das Bevölkerungswachstum und klimatische Veränderungen erforderten eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Aber nur die Erträge zu steigern werde nicht mehr ausreichen, sagte er. Es müsse ein Pardigmenwechsel stattfinden - Quanitität müsse sich in Qualität wandeln. Die Frage sei, ob die Anbausysteme ressourenschonend seien. Bisher nutzen wir zuviel Wasser, Boden, aber auch andere Produktionsmittel, beispielsweise für den Pflanzenschutz. Das Modell, welches wir hatten, sei nicht uneingeschränkt geeignet für die Zukunft. Vielmehr seien Innovationen notwendig, betonte Condon. Dabei sei es jedoch unabdingbar, wissenschaftsbasiert zu arbeiten. Für ideologische Konflikte sei kein Raum mehr, mahnte der Bayer-Vorstand.


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  1. EU-BAUER Klaus1618
    Erstellt 27. Juni 2018 09:02 | Permanent-Link

    Aktuell brechen selbst unsere Flächen, wo noch nicht sämtliche Hoffnungen hätten vergebens sein können, förmlichst in sich zusammen. Das Dürrephänomen schwebt auch hier als Damoklesschwert über den bäuerlichen Häuptern. Welche Empfehlungen gibt BAYER uns nunmehr für seine im obersten Preissegment angesiedelten Hochleistungssorten mitsamt der dazugehörigen Spritzmittelpalette zur Hand, wenn in den kommenden anhaltend gleisenden Sonnentagen bei wolkenlosem Himmel nicht EIN glückselig machendes Tröpfchen Nass von oben in Erwartung steht!? Das gesamte Input einer ganzen Vegetationsperiode hat man demnach also, wortwörtlich zu nehmen, förmlichst in den Sand gesetzt.

    Und unsere Börsen reagieren zuverlässigst prompt: Je weniger in Erwartung steht, um so heftiger purzeln parallel zu diesem Disaster alle Roherzeugnispreise! - Das ist selbstredend der gegenwärtig allseits kommunizierten „hypermodernen“ Volatilität der Weltmärkte geschuldet.

    Hochverehrter Herr Liam Candon, lässt das nicht vielleicht den durchaus berechtigten Rückschluss zu, dass niemand wirklich braucht, was wir Bauern aktuell erzeugen!?

    Gegen den Biolandbau über die Hintertür zu wettern mittels Zelebration eines sorglosen Umgangs mit der „Minimum-Ressource"Wasser greift dabei gedanklich also wesentlich zu kurz. Unsere BIO-Produzenten jedenfalls reduzieren zwangsläufig, hoffentlich weitgehendst ohne das Zutun von BAYER, bereits um das eine Drittel, das dato im Vorfeld schon ungenutzt einzig der Biomüllhalde geweiht ist.

    Filigranste Mechanismen verdammen uns Bauern fortwährend dazu, Nahrungsmittel in Ausschließlichkeit zu produzieren. Den Wahrheiten unserer derzeitigen ruinösen Bauernmisere rückt man dabei wohlweislich keineswegs zu Leibe. Zu vollkommen entwürdigten Prekariern mittlerweile degradiert, werden wir am kurzen Gängelband geführt, jedweder geistiger Flexibilitäten vollkommen beraubt.

    Sämtliche Strohmann-Entscheider hängen alternativlos förmlichst geradezu an solchen kompetenten Lippen. - Wahrheiten werden dabei leider vorsätzlich totgeschwiegen, NOCH!

    „Äußerst verquere Wechselspielchen von Ursache und Wirkung...,“ meinen Sie nicht auch!?

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