Weltklimarat

Sonderbericht betont Verantwortung der Landwirtschaft


Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels sollen rasch eingeleitet werden, fordert der Weltklimarat.
Margot_Kessler/pixelio
Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels sollen rasch eingeleitet werden, fordert der Weltklimarat.

Der Weltklimarat IPCC hat heute in Genf einen Sonderbericht vorgelegt. Gefordert werden angepasste Maßnahmen für die verschiedenen Regionen der Welt und ein nachhaltiges Landmanagement insbesondere der Kohlenstoffbindung in den Böden

Kernpunkte des Berichts, an dem 107 internationale Wissenschaftler über drei Jahre lang gearbeitet haben, sind Klimawandel und Landnutzung.

Wegen ihrer Auswirkungen auf Klima und Umwelt fordert das IPCC eine besondere Betrachtung der Landwirtschaft und eine mögliche Reduzierung des Fleischverzehrs. Im Bericht weisen die Verfasser darauf hin, dass die Landwirtschaft weltweit für rund 23 Prozent der menschengemachten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sei. Gleichzeitig habe sie in besonderem Maße unter den Folgen des Klimawandels zu leiden.

Die Forscher plädieren daher für eine nachhaltigere und konsequent klimaschonende Wirtschaftsweise. Zugleich fordern die Wissenschaftler eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, die künftig mehr pflanzliche und weniger tierische Produkte enthalten sollte. 

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner verwies als Reaktion auf ihre nationale Ackerbaustrategie, mit der Deutschland seinen Beitrag des Ackerbaus zum Klimaschutz weiter ausbauen werde. "Gerade weil die Land- und Forstwirtschaft nicht nur Beteiligte, sondern vom Klimawandel besonders betroffen sind, haben wir keine Zeit zu verlieren. Deshalb setzen wir uns bei der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) für die nächste Förderperiode klar für Mindestumweltstandards ein, an die sich alle Mitgliedsstaaten bei der Bewirtschaftung halten müssen", so Klöckner weiter. Wer mehr für den Umwelt- und Klimaschutz leiste, müsse dafür auch entlohnt werden. Sie verweis aber auch darauf, "dass wir auf eine produktive Landwirtschaft angewiesen sind, deren Ernten Milliarden ernähren müssen."

Die Landwirtschaft sehe sie eher als Lösungsbringer, so die Ministerin und verwies auf bereits erfolgte Klimaschutzmaßnahmen des BMEL, etwa den Schutz des Dauergrünlandes und die Ausweitung von ökologisch bewirtschafteter Fläche.  

Ganz anders bewertete die Lage Oliver Krischer, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. Der neue IPCC-Bericht müsse ein Weckruf sein. "Die Land- und Waldwirtschaft sägt an dem Ast, auf dem sie selber sitzt. Dabei gibt es Möglichkeiten, Land- und Waldwirtschaft klimafreundlich zu gestalten", so der Politiker. Die Bundesregierung müsse endlich konkrete Maßnahmen auf den Tisch legen, wie sie den Klimaschutz in Deutschland umsetzen wolle. Außerdem müsse sie Schluss machen mit den "Milliarden-Subventionen für die Naturzerstörung". "Und wir brauchen eine andere, nachhaltige Agrarpolitik, inklusive einer Tierhaltung, die auf Klasse statt Masse setzt."

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied sieht die größte Herausforderung der Landwirtschaft in der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Anpassung an den Klimawandel und Steigerung des Klimaschutzbeitrages. "Diese Aufgaben können wir nur lösen, wenn die Landwirtschaft weltweit auf den vorhandenen Flächen mehr Lebensmittel mit geringeren Treibhausgasemissionen erzeugt und nicht noch weiter die Flächen zu Lasten von Wäldern ausgedehnt werden." Er kritisierte vor diesem Hintergrund das Handelsabkommen Mercosur, das aus seiner Sicht dem Klimaschutzgedanken diametral entgegenstehe.

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  1. Jörg Leiter
    Erstellt 8. August 2019 20:40 | Permanent-Link

    Meine Ackerbaustrategie steht fest. Ich werde in Zukunft auf die Direktsaat gehen. Damit leiste ich einen großen Beitrag zur Vermeidung von CO2. Dazu gehört auch der Einsatz von Glyphosat.
    Wer diese Technik nicht will der soll es sagen. Wenn wir auf die Regierung warten wollen, dann warten wir noch lange.

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