Wiederverwertung

Abwasser für den Acker


Wenn es nach der EU geht, sollen bald mehr kommunale Abwässer durch die Beregnungsschläuche laufen dürfen.
Ehrecke/Pixabay
Wenn es nach der EU geht, sollen bald mehr kommunale Abwässer durch die Beregnungsschläuche laufen dürfen.

Die EU hat neue Ideen zum Umgang mit Wasserknappheit entwickelt. Die Wiederverwertung von Abwasser soll für die Feld-Beregnung erleichtert werden.

Die EU-Kommission will den Einsatz von behandeltem Abwasser in der Landwirtschaft einfacher und gleichzeitig sicher gestalten. Konkret geht es um Mindestanforderungen für die Wiederverwendung von behandeltem Abwasser aus kommunalen Kläranlagen. Die Anforderungen beziehen sich einerseits auf mikrobiologische Aspekte wie die Konzentration von E-coli-Bakterien, andererseits auf die Überwachung. Darüber hinaus soll ein Risikomanagement dafür sorgen, dass mögliche weitere Gefahren beseitigt werden. Außerdem wird mit einer Transparenzoffensive die Öffentlichkeit über die Praktiken des Wasserecyclings informiert.


Das Potenzial der Wasserwiederverwendung werde derzeit in der EU bei Weitem nicht ausgeschöpft, heißt es aus Brüssel. Zudem leide ein Drittel der Gesamtfläche der EU ganzjährig unter Wasserstress. Die neuen Vorschriften sollen sicherstellen, dass aufbereitetes Wasser bestmöglich genutzt wird. Indem nicht trinkbares Abwasser nutzbar gemacht wird, werden die neuen Vorschriften auch wirtschaftliche und ökologische Kosteneinsparungen gegenüber der Schaffung neuer Wasserversorgungsquellen möglich machen. "Unsere Landwirte werden Zugang zu einer nachhaltigen Versorgung mit Bewässerungswasser haben", sagt der für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Meyer
    Erstellt 29. Mai 2018 09:09 | Permanent-Link

    Da wird Klärschlamm durch die Hintertür auf unserem Acker verbracht. Zusätzlich gelangen nicht filterbare Substanzen unter dem Mantel der Kreislaufwirtschaft auf den Acker und die Gewässerreinheit ist fein raus. Am Ende zahlt der Landwirt die Zeche anstatt mit seiner Fläche und mit seiner Entsorgungsleistung zu verdienen.

  2. EU-Bauer Klaus 1618
    Erstellt 29. Mai 2018 09:22 | Permanent-Link

    „Singe mir ein neues Lied: die Welt ist verklärt und alle Himmel freuen sich.“ (Nietzsche)

    Nach der neuen DüVO ist die Ausbringung von Klärschlamm strikt verboten, eine über Generationen hinweg sinnvoll geübte Kreislaufwirtschaft mithin schlichtweg nunmehr untersagt. Ein solche „Moderne“ wird auch noch unter dem gerne und oft missbrauchten Schlagwort der Nachhaltigkeit gelistet.

    In Folge mit der weitreichenden Konsequenz, dass daraus eine kapitalverschlingende Entsorgungsindustrie erwachsen ist -fernab von Gut und Böse - wo dem Vernehmen nach für die Verbrennung des Klärschlamms sagenhafte um die 800 Euronen/t abgegriffen werden.

    Wo aber soll dieser „Mist“ alternativ auch hin, nachdem er die deutschen Grenzen nicht verlassen darf und eine durchaus streitbare Administration in Summe mit einer doch nicht unerheblichen Fehlerhaftigkeit in der Entscheidungsgewalt mit der in Rede stehenden DüVO aufwartete, wo man durchaus so einige Mängel im Detail bescheinigen muss.

    ...und nun sind demgegenüber die Abwässer auf unseren Äckern wieder geduldet.

    Etwas beruhigend zumindest, dass augenscheinlich in den Amtsstuben angekommen ist, dass Phosphat eine doch sehr endliche Ressource zu sein scheint...!

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