Die Jagd auf Schwarzwild ist in großen Maisschlägen unmöglich. Der Jagdverband fordert seit Längerem, dass Landwirte Schneisen anlegen. Um den bürokratischen Aufwand für die Anträge im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen gering zu halten, bieten einige Bundesländern nun Mischcodes an.

Wenn die Bodentemperatur dauerhaft zwischen 8 und 10 Grad Celsius liegt, beginnen Landwirte in diesem Frühjahr mit der Maisaussaat. Vor diesem Hintergrund erinnert der Deutsche Bauernverband gemeinsam mit dem Jagdverband daran, Schneisen für die Wildschweinjagd offen zu lassen. Besonders für Schläge, die hoch hinauswachsen, und in denen sich Wildschweine gut verstecken können, sei dies äußerst wichtig, heißt es von Jägerseite. Das gilt zwar vor allem für Mais. Doch auch für Raps und Weizen, wünscht sich der Jagdverband solche Schneisen.

Häufige Konflikte

Seit vergangenem Jahr haben der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Jagdverband eine gemeinsame Forderung durchgesetzt, um Landwirten die Arbeit zu erleichtern. Diese können mithilfe eines Mischcodes Flächen mit Schneise melden. Der Vorteil: Sie müssen die Schneisen für ihre Anträge im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen nicht herausrechnen. Mit dieser Möglichkeit, die einige Bundesländer anbieten, ist das Risiko bei fehlerhaften Angaben Abzüge des Förderbetrags zu riskieren, auf Null geschrumpft.
Bisher bieten allerdings nicht alle Bundesländer diese Mischcodes an. Brandenburg beispielsweise ist nicht dabei, während es in Niedersachsen und Bayern möglich ist.

In der Vergangenheit gab es häufig Konflikte zwischen Jägern und Landwirten. Jäger beklagten, dass sie teilweise Ernteausfälle durch Wildschaden ausgleichen mussten, obwohl der Landwirt keine Möglichkeit geschaffen hatte, Wildscheine im Feld zu regulieren. Landwirte wollten keine Schneisen anlegen, weil sie dann per se weniger ernten.

 

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