Wilke-Wurst

Staatsanwaltschaft untersucht 25 Todesfälle


Listerien in Wilke-Produkten könnten mehr Menschen getötet haben, als bisher angenommen.
Max-Rubner-Institut
Listerien in Wilke-Produkten könnten mehr Menschen getötet haben, als bisher angenommen.

Die mit Listerien belasteten Wilke-Produkte könnten deutlich mehr Menschenleben gefordert haben. Das Robert Koch-Institut übergab der Staatsanwaltschaft in Kassel eine Liste mit 25 Fällen.

Der Fall Wilke zieht weiter Kreise. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat der Staatsanwaltschaft Kassel eine Liste von 25 Todesfällen übergeben, die im Zusammenhang mit Listerien-Infektionen stehen. Ermittler sollen klären, ob der Konsum von infizierter Wurst zum Tod führte. Bisher besteht nur ein Verdacht, dass die Personen wegen des Verzehrs von mit Listerien belasteten Wilke-Produkten ums Leben gekommen sind. Das RKI spricht von insgesamt 37 Konsumenten, die sich mit dem Listerien-Stamm Sigma 1 infiziert hatten. Das Durchschnittsalter liege bei 74 Jahren. Die Krankheitsfälle werden in einem direkten Zusammenhang mit den Produkten des nordhessischen Fleischverarbeiters aus Twistetal gebracht.

Bisher drei bestätigte Todesfälle

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sich ein kausaler Zusammenhang zwischen den Wilke-Erzeugnissen und den Todesfällen herstellen lässt und ob sich daraus strafrechtliche Konsequenzen ergeben. Alle Verstorbenen hätten weitere, teils schwerwiegende Erkrankungen gehabt, „die durchaus allein todesursächlich gewesen sein können“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bisher hat das RKI bei drei schon länger bekannten Sterbefällen einen Zusammenhang zwischen „Sigma 1“ und dem Tod bejaht.

Verdacht auf unrechtmäßige Bio-Kennzeichnung

Neue Ungereimtheiten sind während der Rückrufaktion der Wilke-Waren aufgetreten. So besteht der Verdacht, dass das Unternehmen Bioprodukte unter falschen Siegeln ausgeliefert hat. Die Verwendung des Bio-Siegels hätte der Betrieb bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anzeigen müssen. Dies sei nach Aussage der BLE nicht erfolgt, zitiert die Waldeckische Landeszeitung einen Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen. Die Öko-Kontrollstelle habe entsprechende Fragen an den Insolvenzverwalter des Unternehmens gestellt, die bislang aber nicht beantwortet wurden.

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