Wirtschaftsdünger

Ende der Sperrfrist


Landwirte dürfen ab Freitag Wirtschaftsdünger ausbringen. Heute endet die gesetzliche Sperrfrist für Gülle und Festmist mit Ausnahme auf wassergesättigten und Schnee bedeckten Böden.

Von der Möglichkeit, das Ausbringen von Gülle vor Ende der Sperrfrist zu beantragen, machten in diesem Winter relativ wenig Landwirte Gebrauch, sagte ein Sprecher der Landwirtschaftskammer in Oldenburg. Im vergangenen Winter waren die Güllebecken wegen der hohen Niederschläge im Herbst 2017 übergelaufen, deswegen hatten einige Bundesländer das Fahren von Gülle auch während der Sperrfrist erlaubt.  Die Landwirte müssen nun aber beachten, ob der Boden überhaupt aufnahmefähig ist: Ist er dauerhaft gefroren oder wassergesättigt, darf nichts ausgebracht werden, steht in der Düngeverordnung.  Auch auf einer geschlossenen Schneedecke darf nicht gedüngt werden.
Dort, wo kein Schnee liegt, darf gedüngt werden. „Die aktuellen Witterungsbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern sind optimal für die Ausbringung von Gülle“, erklärt Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Ist der Boden am Morgen noch gefroren, bietet er die notwendige Tragfähigkeit, um den Acker zu befahren und den Dünger auszubringen ohne diesen durch Bodenverdichtung zu schädigen. Taut der Boden dann zur Mittagszeit auf, kann er die Nährstoffe der Gülle aufnehmen und im Boden binden.“

Entscheidend für die Planung der Gülleausbringung sind die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Dieser informiert unter anderem über die Tiefe des Bodenfrostes sowie die Tagestemperaturen und prognostiziert auch das zeitweise Auftauen des Bodens. Werden laut Deutschem Wetterdienst Tagestemperaturen von über 0 Grad Celsius erreicht und tauen dadurch bereits wenige Zentimeter des Bodens auf, sind somit die Voraussetzungen zur Ausbringung des Düngers gegeben.

Auf Grundlage dieser Informationen sowie der Erfahrung und dem pflanzenbaulichen Fachwissen entscheiden die Landwirte über den Düngeeinsatz. „Es gilt also: Bodenfrost am Morgen und Abend sowie eine aufgetaute, aufnahmefähige Bodenschicht zur Tageszeit sind ideale Voraussetzungen für das Ausbringen der wertvollen Nährstoffe, die für das Pflanzenwachstum entscheidend sind“, erklärt Detlef Kurreck.
Die Sperrfrist betrifft Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger und viele Klärschlämme. Diese dürfen vom 1. Oktober bis 31. Januar nicht auf Äcker und vom 1. November bis 31. Januar nicht auf Grünland verteilt werden.

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