Wolfsmanagement

Mehr als 1.000 Risse von Nutztieren in Niedersachsen


Der Wolf sorgt weiter für Unruhe unter Weidetierhaltern.
Bild: Pixabay / christels
Der Wolf sorgt weiter für Unruhe unter Weidetierhaltern.

Weidetierhalter in Niedersachsen zeigen sich weiter besorgt über die Entwicklung der Wolfspopulation. Sie fordern eine rechtssichere Handhabung zur Kontrolle der Rudel.

Die Marke von 1.000 Nutztierrissen wurde gerade überschritten, teilt der niedersächsische Bauernverband Landvolk heute mit. Es sei unverständlich, dass es weder gelinge den "Rodewalder Wolf" zu schießen, noch seitens des Landes Niedersachsen und für das Bundesgebiet die ,Lex Wolf‘ für eine rechtssichere Regelung zur Begrenzung der Wolfspopulation durchzusetzen, äußert dazu Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers.

Auch die Ausstattung der Tiere mit Sendern sei nicht vorangeschritten. Bislang sei kein einziger Wolf mit der elektronischen „Fußfessel“ ausgestattet worden. Die Zahl der Nutztierrisse sei daher bislang nur ein Anhaltspunkt. Das wahre Ausmaß der Nutztierrisse werde erst im kommenden Jahr vorliegen.

Den Angaben des Verbandes zufolge leben in Niedersachsen 24 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und ein residenter Einzelwolf. Die Zahl der Wolfssichtungen werde zunehmend über die App „Wolfsmeldungen“ erfasst. Diese App sei gut gefragt, äußert Raoul Reding, Wolfsbeauftragter beim Wildtier Management Niedersachsen. Risse oder Wolfsbegegnungen könnten von Bürgern und Weidetierhaltern einfach an an das Wildtier Management gemeldet werden, die Geodaten zur genauen Erfassung würden dabei gleich mitgeliefert. Über die Daten könnten zudem Aufenthaltsort sowie Wanderverhalten der Wolfsrudel verfolgt und beobachtet werden.

„Wenn die App so genaue Daten zu den Aufenthaltsorten der Wölfe übermittelt, dann ist es für mich noch unverständlicher, warum es weder zur Besendung noch zum Abschuss des Rodewalder Rüden kommt“, äußert Ehlers. Er wünsche sich, dass die Jägerschaft unterstützend tätig werden könne. Die Politik sei hier gefordert und der deutsche Gesetzgeber müsse für eine rechtssichere Handhabung den Wolf endlich ins Jagdrecht aufnehmen, so der Landvolkvizepräsident.

Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihre bisherige Enttäuschung über die Politik und insbesondere das Umweltministerium zu zeigen, beteiligen sich niedersächsische Weidetierhalter am europaweiten Mahnfeuer für den Erhalt der Weidetierhaltung am 13. September 2019.

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