Wolfsmanagement

Schafzüchter sind zuversichtlich

„Ernstzunehmende Bewegungen“ sehen Schafzüchter in der Politik beim Umgang mit dem Wolf. Nachdem das Thema inzwischen im Bundestag angekommen sei, enthalte auch die Koalitionsvereinbarung hoffungsvolle Signale, so der Schäferverband VDL.

In ihrer Koalitionsvereinbarung kündigen Union und SPD an, gemeinsam mit den Ländern einen Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen zu entwickeln. „Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden", heißt es in dem Entwurf. 

Letale Entnahme
Eine weitere Formulierung hatte vor allen in den sozialen Netzwerken für Irritation gesorgt. Die Groko, wolle Kriterien für eine "letale Entnahme" erarbeiten, heißt es in dem Entwurf. Juso-Chef Kevin Kühnert sprach auf Twitter von einer Krise der politischen Kommunikation: "Was gemeint ist: abknallen."

Wichtig sei, so die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), ein bundesweit einheitliches Vorgehen beim Umgang mit auffälligen Wölfen und die jährliche Einschätzung des Erhaltungszustandes der Wölfe in Deutschland. „Die Anträge verschiedener Fraktionen und die Debatte im Bundestag in der letzten Woche zeigen, dass die Probleme der Schafhalter endlich auch auf Bundesebene angekommen sind,“ so der VDL-Vorsitzende, Jürgen Lückhoff.

Allerdings hätten die Weidetierhalter es lieber gesehen, wenn die weiteren Beratungen dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft federführend zugewiesen worden wären, da hier die Interessen der vom Wolf bedrohten Weidetierhaltung und damit der Landwirtschaft in Deutschland vertreten werden müssen.

Im November 2017 hatte die Umweltministerkonferenz der Länder erstmals konkrete Forderungen beschlossen. So wurde zum Beispiel der Bund aufgefordert, zusätzliche finanzielle Mittel bereitzustellen, mit denen eine Beteiligung des Bundes an den Kosten für die Schadensprävention abgesichert werden kann. Außerdem solle der Bund die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) für das Wolfsmanagement öffnen. 

 


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