Wolfsmanagement

Sorgen der Tierhalter wachsen

Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers hat mit dem neuen Umweltminister Olaf Lies über den Wolf diskutiert. Die im „Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement“ zusammengeschlossenen Verbände hatten um das Gespräch gebeten. 

Als „offen und ermutigend“ bezeichnete Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers einen Termin mit Umweltminister Olaf Lies. Gut zwei Stunden diskutierte der Minister intensiv und lebhaft mit den mehr als 20 Gästen.

Natürlich stand bei Lies erneut das Werben um Akzeptanz für den Wolf im Vordergrund, steht die Ausbreitung der Art doch auch für die „erfolgreichen Naturschutzbemühungen“ des Landes. Der Umweltminister habe sich aber auch gegenüber den Argumenten der Nutztierhalter sehr aufgeschlossen gezeigt, so Ehlers.

So möchte er etwa verhindern, dass sich gerade kleinere Tierhalter zurückziehen, weil sie die zeitaufwändigen und teuren Schutzvorkehrungen gegen Wolfsübergriffe nicht leisten können. Auch bei den Ausgleichszahlungen für die durch Wölfe verursachten Schäden will er den Tierhaltern entgegenkommen, der Ausgleich müsse schneller und effektiver geleistet werden.

Der Minister habe zugleich um Verständnis für die nach deutscher und europäischer Rechtslage geltenden Vorschriften geworben. So müsse beispielsweise die vom Umweltminister geplante Besenderung auffälliger Wölfe jeweils zuvor unter anderem nach Arten- und Tierschutzrecht genehmigt werden.

Lies habe bei seinen Gesprächen auf Brüsseler Ebene auch festgestellt, dass die Kommission keine Vorstellung von den Problemen der hiesigen Tierhalter habe, die durch die Rückkehr des Wolfes verursacht werden. Er wolle der Kommission daher die Gelegenheit geben, sich in Niedersachsen direkt vor Ort zu informieren und setze dabei auf die Unterstützung der betroffenen Tierhalter.

In Niedersachsen gibt es nach neuesten Informationen mittlerweile 15 nachgewiesene Wolfsrudel. 2017 wurden 144 Fälle nachgewiesen, bei denen Wölfe Nutztiere gerissen haben. 2013 waren es nur 16.

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