Wolfsmanagment

Bundestag diskutiert Wolfs-Obergrenze


Dieter / Pixelio.de

Der Wolf sorgt wieder für Diskussionen im Bundestag. Dabei geht es nicht um konkrete Strategien, sondern um grundsätzliche Fakten. Wieviel Tiere gibt es eigentlich im Land? Und wann endlich darf man das große Raubtier jagen? 

Die Jagdfrage stand in der Diskussion im Bundestag immer wieder im Raum. Dabei ist sie in Deutschland noch gar nicht zur Debatte. Grundsätzlich ist der Wolf mehrfach unter Schutz gestellt. Jagen dürfte man ohnehin nur, wenn es eine entsprechende Population gebe. Laut Wolfang Köck vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung müsste die Population mindestens 1000 Tiere umfassen, um nicht gefährdet zu sein. Davon sind die deutschen Wölfe weit entfernt. 

Allein bei dieser Frage scheiden sich aber die Geister. Während der Deutsche Bauernverband die Population deutschlandweit schon über bei mehr als 1000 Tieren vermutet, sind gerade mal 150 ausgewachsene und 218 Welpen bestätigt, meldet das Bundesministerium für Umwelt Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Diese teilten sich auf insgesamt 60 Rudel auf, die in überwältigender Mehrheit im Nordosten der Republik ihre Territorien bezogen haben. Zur Angst vieler Beteiligter trägt bei, dass die Population sich jährlich um 30 Prozent vergrößert.

Eberhard Hartelt vom Deutschen Bauernverband würde die Diskussion lieber heute als morgen jagdgewehrbasiert führen. Die Rudel seien eine Bedrohung für Mensch und Tier. Die großen Ängste der ländlichen Bevölkerung müssten endlich ernst genommen werden. Einen „uneingeschränkten Freilandversuch zu Gunsten des Wolfes“ dürfe es nicht länger geben. Die Abgeordneten der FDP und Union sprangen den Bauern bei und gingen dabei nicht nur auf die Probleme der Weidetierhalter und er damit verbundenen Landschaftspflege ein. Bezüglich der Ängste in der Bevölkerung brachten sie an, dass mancherorts auch Wölfe an Kindergärten vorbeiziehen würden. Sie alle forderten daher ein starkes Wolfsmanagement.



Die betroffenen Schäfer, vertreten durch Andreas Schenk vom Bundesverband der Schäfer relativierte die Darstellung. Seinem Berufsstand ginge es schon seit geraumer Zeit schlecht. Der Wolf wäre nicht allein schuld am Untergang der Zunft. Die Verantwortung dafür läge bei Politik und Gesellschaft. Allerdings forderte er staatliche Unterstützung beim Schutz vor Wölfen, etwa für die Anschaffung von elektrischen Weidezäunen und Hütehunden. Gerissene Tiere seien jedes Mal wieder ein Trauma für Mensch und Tier und müssten über eine Weidetierprämie schnell und unbürokratisch ersetzt werden.

Der Deutsche Jagdverband wünscht sich die Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz. Das würde ihn nicht automatisch zum Abschuss freigeben, jedoch die Grundlage für bundesweit gültige Managementmaßnahmen darstellen.

Auffällige und „problematische“ Wölfe, die keine Scheu vor dem Menschen haben oder Herden trotz Abwehrmaßnahmen übermäßig angreifen, dürfen auch jetzt schon abgeschossen werden.


Themen:
Wolf Bundestag BMU

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  1. Michèl Wahnschaffe
    Erstellt 19. April 2018 17:42 | Permanent-Link

    Man bei allem Gerede daran, dass die Schweden mit 300 Wölfen auskommen. Im übrigen sollte endgültig zur Kenntnis genommen werden, das unsere Wölfe mit polnischen eng verwandt sind. Gerne sollten die Ausführungen von Prof.Dr.Pfannenstiel unbedingt nachgelesen werden!

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