Wolfsmonitoring

BfN geht von weniger Wölfen aus


Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) geht davon aus, dass sich in Deutschland aktuell zwischen 150 und 170 erwachsene Wölfe aufhalten. Das wären weit weniger Tiere als bislang in den Medien berichtet.


Das BfN beuft sich auf Monitoringdaten, die vom 1. Mai 2016 bis zum 30. April 2017 bundesweit erhoben wurden. Laut der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, ist die Zahl der 60 von den Bundesländern bestätigten Rudel um 13 Gruppen angestiegen. Allerdings ist die Zahl der Wolfspaare im entsprechenden Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe von vier auf drei gesunken. Regionaler Schwerpunkt sei derzeit Brandenburg mit insgesamt 22 Rudeln, gefolgt von Sachsen.

Ausgaben für Herdenschutz
Die Ausgaben der Bundesländer mit Wolfsvorkommen betrugen im Jahr 2016 insgesamt bei rund 1,1 Mio. € für Herdenschutzmaßnahmen. Im Vergleich dazu lagen die Schadenausgleichszahlungen, bei denen ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ganz ausgeschlossen werden konnte, bei rund 135.140 €, so das BfN.
„"Ein flächendeckender Herdenschutz ist essentiell, um in weiteren potenziellen Ausbreitungsgebieten für die Ankunft des Wolfes gewappnet zu sein." “
Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN, 
Jessel widersprach damit etwa auch der Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der in Medienberichten von rund 1.000 Wölfen allein im Bundesgebiet ausgeht. Die Behördenchefin räumt dennoch ein, dass die Rückkehr des Wolfes insbesondere beim Schutz der Weidetiere eine besondere Herausforderung sei. Die Angst der Menschen vor direkten Begegnungen und die Sorgen der Weidetierhalter müssten sehr ernst genommen werden. Notwendig für ein friedliches Miteinander seien vor allem effektive Herdenschutzmaßnahmen.

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