Zuckermarkt

Nordzucker schaut sich in Australien um


Nordzucker liebäugelt mit dem australischen Zuckerproduzenten Mackay Sugar
Screenshot Mackay Sugar
Nordzucker liebäugelt mit dem australischen Zuckerproduzenten Mackay Sugar

Der Braunschweiger Zuckerkonzern ist schon lange auf der Suche nach einem passenden Übernahmekandidaten. Nun soll die Wahl auf den hoch verschuldeten Zuckerproduzenten Mackay Sugar fallen.

Nordzucker will sich am australischen Produzenten Mackay Sugar Ltd. beteiligen. "Wir bestätigen, dass wir Verhandlungen über eine mögliche Beteiligung unseres Unternehmens an Mackay Sugar aufgenommen und kürzlich ein rechtlich nicht bindendes Angebot abgegeben haben", sagte eine Nordzucker-Sprecherin gegenüber agrarzeitung.de. Nordzucker soll Berichten zufolge bis zu 70 Prozent der Anteile übernehmen. Nordzucker sucht seit einiger Zeit nach Möglichkeiten, das Zuckergeschäft außerhalb Europas auszubauen, um Wachstumspotenziale zu erschließen. Dies werde außerhalb Europas erfolgen, denn Wachstum bei Zucker finde nicht in Europa, sondern auf dem Weltmarkt statt, so die Sprecherin. Da die Gespräche noch laufen, wolle sich Nordzucker zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu weiteren Details äußern.

Die Kasse von Nordzucker ist prall gefüllt. Der frühere Vorstandschef Hartwig Fuchs hatte Übernahmen von Zuckerfabriken oder Neubauten in Südostasien oder Afrika im Visier. Er ist mit seinen Projekten meist an der Ablehnung im Aufsichtsrat gescheitert. Die Eigentümer von Nordzucker sind überwiegend Rübenlandwirte.


Weil der europäische Markt gesättigt ist, könnten Mackay Sugar gut ins Portfolio passen. Doch ist das Unternehmen hoch verschuldet. Fallende Zuckerpreise, schlechte Ernten wegen der Trockenheit auf dem australischen Kontinent und falsche Investitionsentscheidungen werden als Gründe für die Schieflage genannt. Es gilt als fraglich, ob der seit März amtierende Vorstandschef von Nordzucker, Lars Gorisson die Zusage vom Aufsichtsrat der Nordzucker erhält. Mackay Sugar hat im australischen Bundesstaat Queensland vier Werke mit 900 Mitarbeitern. Eigentümer sind rund 1.000 Zuckerrübenfarmer.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats