Zuckersteuer

In britischer Limo ist nur noch halb so viel Zucker


In Großbritannien kommt zum 6. April eine Zuckersteuer auf Limonaden. Die britischen Getränkehersteller haben bereits reagiert und den Zuckergehalt um die Hälfte gesenkt.

Limo, Cola und Co. von der Insel werden künftig zuckerärmer. Die britische Regierung will in Zukunft Getränke mit mehr als 5 oder 8 Gramm pro 100 ml stärker besteuern. Wie die FAZ schreibt, fand die Verbraucherorganisation Foodwatch heraus, dass nach Ankündigung der neuen Besteuerung der Gehalt des Energielieferants in Getränken markant zurückging. Foodwatch bezieht sich dabei auf einen Bericht der britischen Regierung, die sich von der Steuer einen Geldsegen erhofft hatte und seine Erwartungen nun deutlich zurückschrauben muss. So verringerte Coca-Cola UK den Zuckergehalt von 6,9 auf 4,6 Gramm pro 100 ml. Zum Vergleich: In Deutschland stecken 9 Gramm pro 100 ml. Allerdings wurden die Getränke in Großbritannien auch nicht weniger süß: Statt Originalem Zucker schütten die Briten jetzt entsprechend Süßungsmittel nach. 

Andere Länder hatten Erfolg mit einer Zuckersteuer: In Mexiko, das Land mit dem weltweit größten Adipositasproblem, ging nach einer um zehn Prozent erhöhten Zuckersteuer der Absatz um zehn Prozent zurück. New York machte Schlagzeilen, als dort Jumbo-Limo-Becher verboten wurden. Auch in Deutschland wird seit langem eine Zuckersteuer gefordert. Die neue Landwirtschafts- und nebenbei Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner sieht die Besteuerung von Zucker jedoch kritisch. Ungeachtet der Erfolge anderorts bezeichnete die Ministerin die Idee in einem FAZ-Interview als „wenig erfolgreich“. Sie sähe keinen Sinn darin, die falsche Ernährungsgewohnheiten durch eine Besteuerung einzelner Rohstoffe korrigieren zu wollen. Stattdessen befürwortete sie eine „Gesamtstrategie zur Reduzierung der Kalorienbilanz“. Bereits früher favorisierte sie die "freiwillige Selbstverpflichtung". Ihr Parteifreund Dietrich Monstadt sieht das allerdings ganz anders: Der Gesundheitspolitiker fordert schon seit längerem eine Zuckersteuer.


Stummer Infarkt
Obwohl Zucker auf der einen Seite als wertvoller Energielieferant gilt, löst er anderseits schwerwiegende medizinische Probleme aus, wenn er maßlos konsumiert wird. Während er in aller erster Linie dick macht (Adipositas), und Karies fördert, führt er auch zu Diabetes Typ 2. Letztere ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die oft im Alter ausbricht und eine Erschöpfungserkrankung von zu viel Zucker ist. Adipositas und Diabetes bilden dabei eine unheilige Kombination: Fettleibigkeit erhöht drastisch das Risiko von Herzerkrankungen und Diabetes schädigt die Nervenenden. Zusammen genommen führen sie zu einem Herzinfarkt, den der Betroffene nicht spürt, ein sogenannter „stummer“ Infarkt. In der Folge sind solche Geschehnisse noch ungesünder als ohnehin. Interessanterweise verneint die Zuckerindustrie das Diabetesrisiko und ignoriert damit die gut erforschte medizinische Gewissheit.

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